Steinweichsel
Die zarten, weißen Blüten der Steinweichsel zeigen sich schon früh im Jahr. Botanisch besonders ist ihre extreme Trockenheitsresistenz und die Fähigkeit, selbst auf kargen Böden zu gedeihen. Als Symbol für Widerstandskraft und Neubeginn trägt sie kleine, aromatische Früchte, die von Vögeln als Nahrung geschätzt werden und die der Landschaft einen Hauch Wildromantik schenken.

Steinweichsel (Prunus mahaleb)
| Familie: | Rosengewächse, Rosaceae |
| Verbreitung: | Europa, Westasien, bevorzugt Weinbaugebiete |
| Größe: | 4-8m hoch und 4-6m breit |
| Lebensdauer: | bis zu 50 Jahre |
| Ansprüche: | vollsonnig, verträgt extreme Trockenheit und Hitze |
| Boden: | wächst selbst auf trockenen, steinigen Böden |
| Mehrwerte: | Bienenweide, Vogelnährgehölz und Vogelschutzgehölz durch die dichte Verzweigung |
Vom Förderschacht zum Weltkulturerbe
Dezember 1968: Nach 135 Jahren stellt Zollverein seine Steinkohlenförderung ein. 1300 Mitarbeitende sind auf die Stilllegung vorbereitet, viele wechseln auf andere Zechen – und doch liegt ein schwerer Schatten über dem Moment, als die damals modernste und größte Zeche der Welt zum Steigerlied verabschiedet wird. Niemand ahnt, dass die Anlage, gerade erst per Ministererlass zum Denkmal erklärt, erst am Anfang einer neuen Geschichte steht: 15 Jahre später, am 14. Dezember 2001, erklärt das Welterbekomitee der UNESCO den Industriekomplex Zeche und Kokerei Zollverein zur Welterbestätte. Als „repräsentatives Beispiel für die Entwicklung der Schwerindustrie in Europa“ soll die „außergewöhnlich wertvolle, vom Bauhausstil beeinflusste Architektur“ künftig auf einer Liste mit der Freiheitsstatue in den USA und dem Schloss von Versailles stehen.
Was einst für Außenstehende eine „verbotene Stadt“ war, öffnet sich damit heute der Welt. Rund 1,5 Millionen Menschen strömen jährlich auf das Gelände, das sich zur internationalen Adresse für Kunst, Kultur, Design und große Publikumsveranstaltungen gewandelt hat – ein begehbares Welterbe, und eines der wenigen, auf denen sich auch Gewerbe ansiedeln darf. Mehr als 150 Unternehmen haben sich hier mittlerweile niedergelassen.
Anlass der Pflanzung
Ein Vierteljahrhundert des Wandels, der Kultur und neuer Energien: 2026 feiert der Industriekomplex Zollverein 25 Jahre Welterbestatus. Die RAG-Stiftung, die seit 2012 den Kulturstandort und die nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Welterbe und dem Stadtbezirk VI fördert, widmet diesem besonderen Jubiläum eine Steinweichsel auf Hugo.