EWIGKEITSAUFGABEN

Die Ewigkeitsaufgaben des Steinkohlenbergbaus der RAG Aktiengesellschaft, die die RAG-Stiftung seit 2019 finanziert, sind Maßnahmen der Wasserhaltung, die auch nach Beendigung der Steinkohlenförderung dauerhaft fortbestehen. Um die Ewigkeitsaufgaben finanzieren zu können, legt die RAG-Stiftung ihr Vermögen sicher und rentabel an. Seit Jahresbeginn 2019 muss sie jährlich geschätzte rund 280 Millionen Euro ausgeben, um die Ewigkeitsaufgaben zu finanzieren. NICHT zu den Ewigkeitsaufgaben gehören die Behebung von Bergschäden, der Rückbau bergbaulich genutzter Flächen, die Sanierung alter Schächte oder sonstige Altlasten-Aufgaben. Kosten, die hierfür anfallen, trägt die RAG AG auch nach Fördereinstellung weiter und hat dafür frühzeitig Rückstellungen gebildet.

Um tief unter der Erde Schächte und Strecken trocken zu halten und somit überhaupt Steinkohle fördern zu können, musste eindringendes Grubenwasser permanent an die Oberfläche gepumpt werden. Auch nach dem Betriebsende der letzten Bergwerke Ende 2018 wird das Grubenwasser, soweit es notwendig ist, gepumpt, insbesondere um eine Vermischung mit dem Trinkwasser zu verhindern. Unter Tage, mit reichlich Abstand zum Trinkwasservorkommen, wird das Grubenwasser gesammelt, bevor es über mächtige Pumpen und meterdicke Rohrleitungen nach oben transportiert wird. Das Pumpensystem ist redundant ausgelegt: Im Störfall kann eine Pumpe kurzfristig durch eine andere ersetzt werden. Kontinuierlich wird an Konzepten zur langfristigen Optimierung der Grubenwasserhaltung in den Revieren gearbeitet. Die RAG AG plant, von derzeit insgesamt 17 Wasserhaltungen auf sechs an der Ruhr und eine in Ibbenbüren zu senken. Im Saarland ließe sich langfristig und nach entsprechenden Genehmigungsverfahren aufgrund der günstigen geologischen Verhältnisse voraussichtlich ganz auf das Pumpen verzichten. Das gesamte Grubenwasser könnte dann drucklos in die Saar eingeleitet werden.

Durch den Bergbau ist es über die Jahrhunderte auch zu Veränderungen der Landschaft gekommen. Ganze Regionen haben sich abgesenkt, in extremen Fällen bis zu 25 Meter. An diesen Stellen muss das Oberflächenwasser jetzt und zukünftig aktiv reguliert werden, um zu vermeiden, dass sich Oberflächenwasser in den Senken sammelt. Spezielle Pumpwerke müssen betrieben und instandgehalten sowie Gewässer vertieft werden, um den Abfluss zu garantieren.

Im Bereich einiger bergbaulicher Betriebe, insbesondere auf früheren Kokerei-Geländen, müssen verunreinigte Flächen saniert werden. Nachdem klar ist, wo das Grundwasser verschmutzt ist, wird es abgefangen und gereinigt, um zu verhindern, dass sich das verschmutzte Wasser mit sauberem mischt und ausbreitet. Der Erfolg dieser Maßnahmen wird regelmäßig kontrolliert.

Seit Jahresbeginn 2019 muss die RAG-Stiftung jährlich geschätzte 280 Millionen Euro ausgeben, um die Ewigkeitsaufgaben zu finanzieren. Allein die Grubenwasserhaltung beansprucht rund zwei Drittel dieser Summe. Die dauerhafte Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben ist die Herausforderung, der sich die RAG-Stiftung verpflichtet hat – zur Entlastung der öffentlichen Hand und damit des Steuerzahlers.

Die hierfür benötigten Mittel finanziert die Stiftung in erheblichem Umfang über Beteiligungs- und Kapitalerträge.

Um nachhaltige Erträge zu erzielen und Risiken zu minimieren, verfügt die RAG-Stiftung im Rahmen ihrer Richtlinien über ein diversifiziertes Portfolio für Kapitalanlagen. Ein Teil davon ist in risikoneutrale Papiere mit hoher Sicherheit investiert. Aktien, Unternehmensanleihen sowie weitere Assetklassen diversifizieren die Kapitalanlage. Nach einem Beschluss des Kuratoriums im Dezember 2013 kann die RAG-Stiftung bis zu 35 Prozent ihres Kapitalanlagevermögens auch in stärker renditeorientierte illiquide Anlagen investieren. Dazu zählen insbesondere Immobilien und Anlagen im "Private Equity"-Bereich. Die Private Equity-Strategie sieht unter anderem vor, vermehrt auch in mittelständische Unternehmen zu investieren.

Wie im Ewigkeitslastenvertrag aus 2007 festgelegt, übertrug die RAG Ende 2018 zusätzlich 1,6 Milliarden Euro an Deckungsmitteln auf die RAG-Stiftung.

Ausdrücklich nicht Teil der Ewigkeitsaufgaben sind die sogenannten Bergschäden, also Schäden an Gebäuden, Grundstücken oder Straßen, die auf bergbauliche Aktivitäten zurückzuführen sind. Die Regulierung von Bergschäden wird nicht durch die RAG-Stiftung finanziert, sondern wie bisher direkt von der RAG AG. Dies gilt auch über 2018 hinaus. Finanzielle Vorsorge dafür hat daher die RAG getroffen.

Das bei der RAG AG eigens eingerichtete "Service-Center Bergschäden" hat eine kostenlose Service-Hotline und ist zu erreichen unter:

Rhein / Ruhr
0800 / 27 27 271
Saar
0800 / 10 10 204

Anschrift:
RAG Aktiengesellschaft
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