Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren

Historische Bergbauanlagen weisen häufig aufgrund ihres Alters Veränderungen in ihrer Bausubstanz auf, die die Standfestigkeit beeinträchtigen können. Um verlässliche Aussagen über nicht sichtbare Veränderungen – insbesondere an Standorten der Wasserhaltung – treffen zu können, sind spezielle Prüfverfahren erforderlich. Die RAG-Stiftung fördert deshalb seit 2017 eine wissenschaftliche Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP) zur "Konzeption und Erprobung zerstörungsfreier Lösungsansätze im Nachbergbau" sowie seit 2018 das wissenschaftliche Projekt "IMpulS – Innovatives Monitoring an Stahlfördergerüsten" des IZFP am Beispiel Camphausen.

Vor dem Hintergrund bereits existierender Erkenntnisse zu akustischen Prüfverfahren aus der Denkmalpflege erprobt das IZFP, bei welchen Gesteinsveränderungen sich optische, akustische, thermografische oder Radar-gestützte Verfahren eignen. Ziel ist die Entwicklung einer Konzeption für ein neues zerstörungsfreies Monitoring-Verfahren, um Volumenfehler im Gestein charakterisieren zu können.

Mit dem Forschungsprojekt "IMpulS" zur Standsicherheit von Stahlfördergerüsten ergänzt das Institut die Untersuchungsmethoden zur baulichen Standsicherheit von Mauerwerken. Auch "IMpulS" wird auf der Tagesanlage Camphausen am Stahlfördergerüst des Schachtes II durchgeführt. Ziel ist die Entwicklung neuer zerstörungsfreier Monitoring-Verfahren von Stahlbauwerken. Das Vorhaben wird in Kooperation mit dem Forschungszentrum Nachbergbau der Technischen Hochschule Georg Agricola in Bochum durchgeführt.

Der Standort Camphausen eignet sich für die Erprobung in zweifacher Hinsicht: Zum einen dient der im Eigentum der RAG Aktiengesellschaft stehende Standort als Blaupause für weitere Untersuchungen vergleichbarer Bergbaudenkmäler an Ruhr und Saar. Zum anderen ist Camphausen ein wichtiger Wasserhaltungsstandort der RAG Aktiengesellschaft. Erkenntnisse können unmittelbar in die langfristige Standorterhaltung einfließen sowie mögliche Restaurierungsmaßnahmen im Rahmen der montanhistorischen Denkmalpflege unterstützen.