Forschungszentrum Nachbergbau

Die Technische Hochschule Georg Agricola (THGA) in Bochum hat ihre Wurzeln im Steinkohlenbergbau. Sie geht auf die 1816 gegründete Bochumer Bergschule zurück.

Ausgehend von ihrer Geschichte sieht sich die THGA insbesondere in der Verantwortung für die Regionen des Steinkohlenbergbaus in Deutschland. Um auch künftig wissenschaftliche Fragestellungen zum deutschen Bergbau, darunter zu Bergbautechnologien und zu Fragen der Stilllegung und Nachbergbauzeit, zu bearbeiten und praktikable Lösungen zu entwickeln, hat die THGA mit Förderung der RAG-Stiftung das Forschungszentrum Nachbergbau eingerichtet. Dieses interdisziplinäre Zentrum ist einmalig in Deutschland. Die THGA bündelt und erforscht darin komplexe Fragestellungen zum Nachbergbau und steht als kompetenter Ansprechpartner für nationale und internationale Akteure zur Verfügung. Die Aktivitäten umfassen Lehre und Forschung, Wissensmanagement und Wissenstransfer, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit. Als erste Bestandteile der Lehre und Forschung wurden 2012 die Stiftungsprofessur "Geoingenieurwesen und Nachbergbau" und ein gleichnamiger, deutschlandweit einzigartiger Masterstudiengang eingerichtet.

Die aktuellen Forschungsprojekte legen den Fokus auf die Ewigkeitsaufgaben des Steinkohlenbergbaus und untersuchen, was notwendig ist, um frühere Bergbauregionen zukunftsfähig zu machen. Hierzu zählen vor allem die Grubenwasserhaltung, Poldermaßnahmen und die Grundwasserreinigung an ehemaligen Bergwerksstandorten. Dabei erarbeitet das interdisziplinäre Team die wissenschaftlichen Grundlagen für ein nachhaltiges Grubenwasserkonzept in den Revieren an Ruhr, Saar und Ibbenbüren und leistet einen aktiven Beitrag zum Schutz natürlicher Ressourcen. Mit einem innovativen Monitoringsystem begleitet das Forschungszentrum Nachbergbau den Grubenwasseranstieg und analysiert anfallendes Grubengas.

Die Untersuchungen beschränken sich aber nicht auf die Steinkohle, sondern nehmen jede Art der Rohstoffgewinnung unter die Lupe. Dabei sollen neben technischen Fragen langfristig auch sozialökonomische Aspekte dazukommen.