Stiftungsinitiative „Einsamkeit bekämpfen – Demokratie fördern“ gibt jungen Menschen im Ruhrgebiet Rückhalt

Essen, Düsseldorf, Gelsenkirchen. 21. September 2026. „Die Einsamkeit junger Menschen ist eine Gefahr für die Demokratie“, so eindringlich bringt es die Bertelsmann Stiftung in einer 2025 veröffentlichten Studie auf den Punkt. Viele, insbesondere chancenbenachteiligte junge Menschen fühlen sich einsam und abgehängt. Mit dem Projekt „Einsamkeit bekämpfen – Demokratie fördern“ setzen drei namhafte Stiftungen im Ruhrgebiet ein Zeichen, um von Einsamkeit betroffenen jungen Menschen zu helfen und sie damit stark gegen antidemokratische Bewegungen und Radikalisierungstendenzen zu machen.
Das Projekt „Einsamkeit bekämpfen – Demokratie fördern“ wurde Anfang des Jahres von der RAG-Stiftung, von der LEG-gegründeten „Stiftung – Dein Zuhause hilft“ und der Vivawest Stiftung initiiert. Es knüpft an ein Schwerpunktthema der NRW-Landesregierung mit ihrem Aktionsplan „Du+Wir=Eins“ an. Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, hat die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen.
„Einsamkeit bekämpfen – Demokratie fördern“ erreicht junge Menschen über folgende Formate:
- Kreative Live-Veranstaltungen zu Themen wie „Einsamkeit und Armut“. Bei dieser interaktiven Veranstaltungsreihe diskutieren die oft selbst betroffenen Teilnehmenden mit renommierten Fachleuten über den Zusammenhang von Einsamkeit, Armut, gesellschaftlicher Ausgrenzung und demokratischer Teilhabe. Es handelt sich um ein offenes, bewusst niedrigschwelliges Format, bei dem die jungen Menschen selbst die Hauptrolle spielen – auf Diskussionspanels, spontan auf dem sogenannten „Hot Seat“ oder indem zuvor eingereichte Schilderungen zum Thema Einsamkeit anonym vorgestellt werden. Durchgeführt werden die Veranstaltungen durch die Initiative Ruhrpott für Europa der Young Politics gUG.
- Schul-Workshops zum Thema „Einsamkeit“. Die Schul-Workshops im Klassenverband an weiterführenden Schulen im Ruhrgebiet schaffen durch kreative Methoden und eine Sprache auf Augenhöhe ein Verständnis für die Folgen von Einsamkeit und sensibilisieren Peers von Betroffenen. Die Schulworkshops werden ebenfalls durch Ruhrpott für Europa durchgeführt.
- Ausweitung der kostenlosen, anonymen und niedrigschwelligen Krisenberatung per Chat. Junge Menschen im Ruhrgebiet können sich bei diesem Angebot an ausgebildete Fachkräfte in der Krisenberatung wenden. Dazu können sie den Web-Chat von krisenchat oder WhatsApp nutzen. Neben dem Fokus auf Prävention und Früh-Intervention in Bezug auf Einsamkeit finden junge Menschen hier Unterstützung in akuten Belastungssituationen und bei der Vermittlung weiterer Hilfen. Das Angebot wird von der krisenchat gGmbH durchgeführt.
Über seine verschiedenen Bausteine trägt das Projekt dazu bei, dass sich junge Menschen gehört und verstanden fühlen, Wege zu mehr Teilhabe finden und damit auch auf ihrem individuellen (Bildungs-)Weg gestärkt werden.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Einsamkeit ist die neue soziale Frage unserer Zeit. Sie gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Fundament unserer Demokratie. Mit unserem Aktionsplan und vielen konkreten Maßnahmen gehen wir als Landesregierung den Kampf gegen Einsamkeit entschlossen an. Doch es ist und bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe, das Miteinander in unserer Gesellschaft zu stärken. Jede Initiative hierfür zählt. ‚Einsamkeit bekämpfen – Demokratie fördern‘ zeigt, wie wir Einsamkeit sichtbar machen und das Schweigen darüber brechen können. Deshalb unterstütze ich dieses Projekt als Schirmherr.“
Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung, erläutert: „Als langjähriger Bildungsförderer in den ehemaligen Steinkohlenregionen wissen wir, dass auch Armut und Einsamkeit eng zusammenhängen. Mit dem Projekt ‚Einsamkeit bekämpfen – Demokratie fördern‘ senden wir eine Botschaft an alle jungen Menschen in der Region, die von Einsamkeit betroffen sind: Wir brauchen eure Ideen und euer Engagement im Ruhrgebiet. Ihr seid wichtig – und ihr seid nicht allein.“
Die Stiftung – Dein Zuhause hilft ist eine Initiative der LEG-Immobiliengruppe. Lars von Lackum, Vorstandsvorsitzender der LEG Immobilien SE, unterstreicht: „Einsamkeit zu bekämpfen, die psychosoziale Gesundheit stärken und Demokratie zu fördern, ist eine Aufgabe, die wir nur gemeinsam schultern. Deshalb bündeln drei starke Stiftungen aus NRW ihre Kräfte mit der Landesinitiative und unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten. Wir sind stolz, dazu beizutragen – und überzeugt: Unsere Gesellschaft darf keinen jungen Menschen zurücklassen.“
Die Vivawest Stiftung des Gelsenkirchener Wohnungsunternehmens VIVAWEST ist der dritte Partner im Bunde. VIVAWEST-Geschäftsführerin Karin Erhard hält fest: „Einsamkeit betrifft nicht nur Einzelne, sondern ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Mit unserem Projekt wollen wir jungen Menschen Perspektiven geben und sie ermutigen, aktiv mitzuwirken. Besonders wichtig ist uns als Vivawest Stiftung hierbei die unmittelbare Arbeit in unseren Quartieren, denn wir sind überzeugt: Selbstwirksamkeit entsteht im direkten Umfeld. Hier schaffen wir Zugänge, die Vertrauen und Zugehörigkeit fördern.“
Pressekontakt
Sabrina Manz
Leiterin Presse und Öffentlichkeitsarbeit der RAG-Stiftung
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