Lehramtsstipendium Ruhr: 210 Studierende unterstützen Schulen in der Region

Dortmund, 24. Juni 2026. „Ich bin ein absoluter Fan dieses Programms“, sagt Bernd Bruns. Der Schulleiter der Anne-Frank-Gesamtschule in Dortmund erlebt die positive Wirkung des Lehramtsstipendiums Ruhr seit drei Jahren jeden Tag. Drei Stipendiatinnen und Stipendiaten unterstützen den Unterricht an seiner Schule, die im Norden der Ruhrgebietsstadt in einer aufgrund der Sozialstruktur herausfordernden Lage beheimatet ist, als Lernhelferinnen und Lernhelfer. Sie kümmern sich insbesondere mit großer Leidenschaft um die Kinder mit Förderbedarf, lösen mit ihnen Rechenaufgaben, üben alltägliche Dinge, sind Mutmacher und Motivatoren. „Es ist nicht immer leicht für uns, Lehrerinnen und Lehrer für diesen Standort zu rekrutieren – da sind die Stipendiatinnen und Stipendiaten eine hochwillkommene Unterstützung“, betont Bruns.

Nun wird diese hochwillkommene Unterstützung erweitert. NRW-Schulministerin Dorothee Feller begrüßte am Mittwoch, 24. Juni 2026, in der Dortmunder Anne-Frank-Gesamtschule 70 neue Stipendiatinnen und Stipendiaten, die bald weitere Ruhrgebietsschulen in herausfordernden Lagen mit ihrem Einsatz und ihren Ideen bereichern werden. Damit sind nunmehr 210 junge Menschen Teil des Lehramtsstipendiums Ruhr, das die Landesregierung vor drei Jahren gemeinsam mit der RAG-Stiftung, der Wübben Stiftung Bildung und den Ruhrgebietsuniversitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen an den Start gebracht hat. Auch alle Stipendiatinnen und Stipendiaten der ersten beiden Gruppen waren beim Empfang der Neulinge dabei, ebenso wie Heike Humpf, Bereichsleiterin Bildung bei der RAG-Stiftung, und Dr. Markus Warnke, Geschäftsführer der Wübben Stiftung Bildung. Beide Organisationen finanzieren das Programm, das zunächst für zwei Jahrgänge ausgelegt war und nun um eine dritte Gruppe von Stipendiatinnen und Stipendiaten erweitert werden konnte. Nächstes Jahr können dann noch einmal 70 Studierende ins Programm aufgenommen werden.

Ministerin Feller erinnerte in ihren Begrüßungsworten an die Namensgeberin der Schule, an die junge Frau, die im Terrorregime der Nationalsozialisten ihr Leben lassen musste. „‚Wie wunderbar ist es, dass niemand einen Moment warten muss, um die Welt zu verbessern‘ – diese Worte stammen von Anne Frank“, sagte die Ministerin, „und dieser Satz ist nicht nur mit Blick auf unsere Geschichte unvergesslich. Er kann uns auch noch heute ein wichtiger Leitgedanke sein – sowohl privat als auch beruflich. Denn er macht deutlich, dass jeder von uns zum Fortschritt beitragen, Positives bewirken und die Welt verbessern kann. Zu diesen Menschen gehören auch Sie, liebe Stipendiatinnen und Stipendiaten, gemeinsam mit all unseren Lehrkräften, die sich täglich dafür einsetzen, dass Kinder und Jugendliche faire Bildungschancen erhalten – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, ihrer Nationalität oder ihrer Religion. Sie haben mit Ihrer Bewerbung gezeigt, dass Sie schon zu Beginn Ihres Studiums Verantwortung übernehmen und zur Bildungsgerechtigkeit in unserem Land beitragen möchten.“

Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung, fügt hinzu: „Als RAG-Stiftung ist es uns ein besonderes Anliegen, mit diesem Programm Schulen in herausfordernder Lage im Ruhrgebiet zu stärken und angehende Lehrkräfte auf diesem Weg gezielt zu unterstützen. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten eröffnen Kindern und Jugendlichen Chancen und machen Bildung dort stark, wo sie besonders gebraucht wird.“

Der Geschäftsführer der Wübben Stiftung Bildung, Dr. Markus Warnke, betont zudem: „Schulen, die vor besonders großen Herausforderungen stehen, brauchen gut vorbereitete Lehrkräfte. Das Lehramtsstipendium Ruhr macht nun bereits im dritten Jahr Studierende früh mit der Arbeit an diesen Schulen vertraut und unterstützt sie durch gezielte Förderung in ihrer professionellen Entwicklung.“

Für die beteiligten Universitäten ergänzt Prof. Dr. Stephan Hußmann, Direktor des Zentrums für Lehrkräftebildung an der TU Dortmund (DoKoLL): „Als Lernhelferinnen und Lernhelfer sammeln diese Studierenden wertvolle Praxiserfahrung, die in einem gemeinsam entwickelten Studienprofil der UA Ruhr reflektiert und vertieft werden. Damit ist die Arbeit mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten auch für uns Hochschulen überaus bereichernd und bietet einen Raum für die Verknüpfung von Theorie und Praxis in der Lehramtsausbildung.“

Emily-Sophie Kruse ist eine Stipendiatin aus der zweiten Gruppe, profitiert also bereits seit dem vergangenen Jahr vom Lehramtsstipendium. Sie arbeitet als Lernhelferin an der Dortmunder Anne-Frank-Gesamtschule und nutzt parallel dazu die Vorteile des Stipendiums, nimmt beispielsweise an Netzwerktreffen im Ruhrgebiet teil oder besucht besondere Kurse an ihrer Uni. „Ich habe viel gelernt in diesen Monaten“, erzählt die junge Frau aus Witten, „vor allem habe ich jetzt keine Scheu mehr, mich an Schulen in herausfordernden Lagen zu bewegen, es macht viel Freude dort mit den Schülerinnen und Schülern.“ So viel Freude, dass sie demnächst weitere Erfahrungen als Lernhelferin an einer Grundschule sammeln möchte.

Weiterer Hintergrund

Das Lehramtsstipendium Ruhr wurde 2023 als gemeinsame Initiative der RAG-Stiftung, der Wübben Stiftung Bildung und des Schulministeriums sowie der drei Universitäten der Universitätsallianz Ruhr – Universität Duisburg-Essen, Ruhr-Universität Bochum, Technische Universität Dortmund – ins Leben gerufen. Mit dem Programm sollen junge Menschen frühzeitig für eine Tätigkeit an Schulen in sozial herausfordernder Lage gewonnen werden. Es begleitet sie während des Studiums und unterstützt sie auf dem Weg in den Beruf. Zur Finanzierung des Stipendienprogramms stellt allein die RAG-Stiftung mehr als 3 Millionen Euro zur Verfügung. Die Koordination wird von der Wübben Stiftung Bildung gemeinsam mit dem Schulministerium finanziert. Die Universitäten unterstützen das Programm unter anderem durch besondere Lernangebote für die Studierenden.

Das Lehramtsstipendium Ruhr ist dem Motto verpflichtet „Deine Region. Deine Chance.“ Es bietet den Studierenden neben einer finanziellen Förderung auch die Möglichkeit, praktische Erfahrungen im Schulalltag zu sammeln. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten beteiligen sich zum Beispiel an der individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern, betreuen Kleingruppen im Unterricht oder sie wirken an außerunterrichtlichen Lernangeboten wie zum Beispiel Lese- und Schreibförderung, Lernstrategien, Sprachförderung oder Angebote im Bereich Bewegung und Gesundheit mit. Ihre Erfahrungen reflektieren sie im Studienprofil „Bildungsgerechtigkeit“ sowie einem bedarfsorientierten Begleitprogramm.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite zum Lehramtsstipendium Ruhr und im Bildungsportal.

 

Pressekontakt

Sabrina Manz  
Leiterin Presse und Öffentlichkeitsarbeit der RAG-Stiftung

sabrina.manz(at)rag-stiftung.de 

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