2 Milliarden Euro für Ewigkeitsaufgaben

Essen, 10. Juni 2026. Der Vorstand der RAG-Stiftung hat heute im Rahmen des Presse-Jahresgesprächs auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres vorgelegt und berichtet, wie die Stiftung in das Jahr 2026 gestartet ist. Der Jahreserfolg der Stiftung lag im Jahr 2025 erneut auf stabilem Niveau. Ihre Verpflichtungen hat die RAG-Stiftung einmal mehr vollumfänglich erfüllt. Seit Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus im Jahr 2018 hat die RAG-Stiftung mittlerweile mehr als
2 Milliarden € für die Ewigkeitsaufgaben aufgewendet.
„Diese Summe hat die RAG-Stiftung geräuschlos geleistet – und zwar ausschließlich aus Erträgen, nicht aus der Substanz“, betonte Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung, heute im Rahmen des Presse-Jahresgesprächs der Stiftung. Die Marke von rund 2 Milliarden Euro für Ewigkeitsaufgaben wurde im ersten Quartal 2026 überschritten, nachdem die Stiftung im Jahr 2025 309 Millionen € (Vorjahr: 288 Mio. €) für Ewigkeitsaufgaben aufgewendet und die Ewigkeitskosten in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres bedient hatte.
Der Jahreserfolg der Stiftung belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf rund 420 Millionen € (Vorjahr: 452 Mio. €, bereinigt um den Sondereffekt aus dem Verkauf eines Aktienpaketes von Evonik). Trotz des anhaltend herausfordernden Umfelds konnte die Stiftung sämtliche Verpflichtungen erfüllen: die Ewigkeitsaufgaben bediente sie bereits zum siebten Mal, ihre Förderaktivitäten konnte sie ausbauen und zusätzlich die Rückstellungen zur langfristigen Absicherung der Ewigkeitslasten auf rund 10 Milliarden € erhöhen. „Wir waren in diesem schwierigen Umfeld solide unterwegs. Dabei haben wir die Diversifizierung des Stiftungsvermögens weiter vorangetrieben“, so Tönjes.
Kerstin Terhardt, seit Anfang Mai dieses Jahres im Amt der Finanzvorständin der RAG-Stiftung, betonte die starke Ausgangsbasis der Stiftung, auf deren Grundlage sie Erreichtes weiterführen wolle. Resilienz in herausforderndem Umfeld sei für die Ausrichtung der Kapitalanlage der Stiftung insgesamt nun oberste Maxime. „Dafür werden wir das Kapitalvermögen der Stiftung weiter stärken, die Ertragsbasis verbreitern und die Kosten fest in den Blick nehmen“, fasste sie die zukünftige Agenda zusammen.
Die cash-wirksamen Erträge im Jahr 2025 lagen mit 634 Millionen € um 325 Millionen € höher als die cash-wirksamen Ausgaben für Ewigkeitslasten in Höhe von 309 Millionen €. Das Vermögen der Stiftung belief sich zum Ende des Jahres auf 15,9 Milliarden € (Vorjahr: 17,0 Mrd. €), im April 2026 lag es bereits wieder bei rund 16,5 Milliarden €. Grund für diese Schwankungen sind im Wesentlichen die Beteiligungsbewertungen der Stiftung. „Genau darin liegt eine der zentralen Aufgaben für die kommenden Jahre. Wir werden weiter daran arbeiten, diese Abhängigkeit zu reduzieren,“ sagte Terhardt. „Auch vor dem Hintergrund zunehmend anspruchsvoller Kapitalmärkte und wachsender wirtschaftlicher Unsicherheiten, kommt dem weiteren Ausbau unserer liquiden Kapitalanlagen eine besondere Bedeutung zu.“ Im abgelaufenen Geschäftsjahr investierte die Stiftung 363 Millionen € in ihre breit diversifizierte Kapitalanlage.
In der Förderung von Bildung, Wissenschaft und Kultur konnte die RAG-Stiftung im Jahr 2025 nach einem Beschluss des Kuratoriums aus dem Vorjahr erstmals 35 Millionen € für Projekte einsetzen (Vorjahr: 32 Mio. €). Dabei flossen in Bildungsprojekte rund 17 Millionen €, in die Wissenschaftsförderung 11 Millionen € und in den Bereich Kultur 7 Millionen €. Bis Ende des Jahres 2026 wird die RAG-Stiftung seit Gründung insgesamt rund 310 Millionen € in ihre Förderaktivitäten investiert haben. Ein Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Bildungsförderung sozioökonomisch benachteiligter Kinder und Jugendlicher.
Um den gesamtgesellschaftlichen Mehrwert der Bildungsprojekte zu messen, hat die RAG-Stiftung im Jahr 2025 erstmalig den Social Return on Invest ihrer Bildungsförderung berechnen lassen. Unterstützt wurde sie dabei durch das Beratungsunternehmen Prognos. Dazu wurden Bildungsprojekte im Zeitraum von 2020 bis 2024 auf ihre Förderintensität, die erreichte Zielgruppe und den Mitteleinsatz hin analysiert. „Mit dem Gesamtfazit sind wir sehr zufrieden: Je nach Szenario beträgt der gesamtgesellschaftliche Mehrwert für jeden von der RAG-Stiftung eingesetzten Euro zwischen 3,30 € und 7,80 €“, so Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung und verantwortlich für das Ressort Personal sowie für die Förderaktivitäten der Stiftung. „Dies zeigt: unser Einsatz zahlt sich aus – für jeden und jede Geförderte, aber auch für die Gesellschaft insgesamt.“
In seinem abschließenden Resümee richtete Bernd Tönjes den Blick noch einmal nach vorne: „Heute und in Zukunft werden wir die an uns gestellten Aufgaben erfüllen können. Dafür haben wir die richtigen Weichen gestellt. Die RAG-Stiftung entwickelt sich Schritt für Schritt hin zu einer ‚normalen‛ Investorin.“ Hinsichtlich der anhaltend herausfordernden Wirtschaftslage betonte er: „Wir leben nicht auf der Insel der Glückseligen und haben wenig Einfluss darauf, wie sich die Welt um uns herum in den kommenden Jahren entwickeln wird. Aber wir können alles dafür tun, dass die RAG-Stiftung in Zukunft gut auf die Wechselfälle volatiler Märkte vorbereitet ist. Als Ewigkeitsinvestor müssen wir es sein.“
Pressekontakt
Sabrina Manz
Leiterin Presse und Öffentlichkeitsarbeit der RAG-Stiftung
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