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Quelle: Mike Henning

Die RAG-Stiftung

Wir setzen nachhaltige Impulse für die Transformation der Regionen an Ruhr und Saar sowie in Ibbenbüren. Bei allen Tätigkeiten sind wir uns unserer Herkunft stets bewusst. Denn die Wurzeln der RAG-Stiftung liegen im Steinkohlenbergbau. Zukunft stiften ist eine Ewigkeitsaufgabe.

Die Aufgaben der RAG-Stiftung

Wir tragen Verantwortung für die Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben aus dem deutschen Steinkohlenbergbau der RAG Aktiengesellschaft: Grubenwasserhaltung, Poldermaßnahmen und Grundwasserreinigung. Um deren Finanzierung langfristig zu gewährleisten, bauen wir durch eine sichere und gleichwohl rentable Kapitalanlage Vermögen auf und erwirtschaften hieraus zuverlässig die notwendigen Erträge. Darüber hinaus fördern wir Projekte aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur, die im Zusammenhang mit dem deutschen Steinkohlenbergbau stehen.

Sozialverträgliches Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus

Ende 2018 wurden die letzten beiden verbliebenen Steinkohlenbergwerke in Deutschland geschlossen. Das planmäßige Ende eines ganzen Industriezweiges war ein festgelegter Prozess, der mit der „Kohlepolitischen Verständigung von Bund, Land NRW, Saarland, RAG und IG BCE“ vom 7. Februar 2007 eingeleitet und dessen Finanzierung vom Bundestag im Steinkohlefinanzierungsgesetz vom 20. Dezember 2007 beschlossen wurde.

Die RAG-Stiftung sollte als Eigentümerin der RAG Aktiengesellschaft die einvernehmlich formulierten Ziele herbeiführen. Dazu zählte auch die mittlerweile erfolgreich umgesetzte sozialverträgliche Beendigung des subventionierten Steinkohlenbergbaus. Mitarbeiter wurden rechtzeitig qualifiziert, um sich am Arbeitsmarkt neu zu positionieren und ihnen wurden neue Beschäftigungsmöglichkeiten aufgezeigt. Andere schieden über Vorruhestandsregelungen sozialverträglich aus dem Arbeitsleben aus.

Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben

Der Steinkohlenbergbau hat unter der Erde ein gigantisches System aus Schächten und Strecken hinterlassen und auch auf die Landschaft in den Bergbaurevieren eingewirkt. Diese vom Menschen verursachten Veränderungen bedürfen einer nachhaltigen Bearbeitung. Neben der Sicherung von Schächten und Strecken und der Behebung von Bergschäden, für die die RAG AG auch nach 2018 finanziell aufkommt, fallen Maßnahmen zur dauerhaften Bewirtschaftung von Gruben- und Grundwasser an. Diese sogenannten Ewigkeitsaufgaben finanziert seit der Einstellung des Steinkohlenbergbaus die RAG-Stiftung.

Das intensive unter- und übertägige Wassermanagement ist eine Begleiterscheinung des Steinkohlenbergbaus. Denn die Kohleförderung in größeren Tiefen war nur möglich, solange das in die Strecken eindringende Grubenwasser ständig abgepumpt wurde. Aber auch nach dem Ende der Kohlenförderung muss das Grubenwasser dauerhaft gepumpt werden, unter anderem zum Schutz des Trinkwassers. Zudem führen Bergsenkungen in einigen Bereichen an der Tagesoberfläche dazu, dass Pumpwerke betrieben werden müssen, um eine Seenbildung zu vermeiden.Und zuletzt werden auf ehemaligen Bergbauflächen Grundwasserreinigungsanlagen zum Schutz des Grundwassers betrieben. Dieses aktive Gruben- und Grundwassermanagement kann auch nach Beendigung des Bergbaus nicht eingestellt werden und ist somit eine Aufgabe für die Ewigkeit.

Aufbau des Stiftungsvermögens

Die RAG-Stiftung entlastet durch die Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben die öffentliche Hand in erheblichem Umfang. Die hierfür benötigten Mittel erhält sie aus den Erträgen des Stiftungsvermögens, das heißt aus Erträgen ihrer Beteiligungen sowie Erträgen einer diversifizierten Kapitalanlage. Das Stiftungsvermögen, das für die Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben bereitsteht, ergibt sich dabei ganz wesentlich aus den Werten, die der Bergbau selbst in den Regionen geschaffen hat. Denn sowohl die Evonik Industries AG als auch die Vivawest GmbH haben ihren Ursprung im Bergbau bzw. im früheren RAG-Konzern. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass das Vermögen der RAG-Stiftung zur Finanzierung ihrer Aufgaben nicht ausreichen sollte, hat sie die Gewährleistung der beiden Bergbauländer und des Bundes, die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Die RAG-Stiftung arbeitet daran, dass dieser Fall nicht eintritt.

Förderung von Bildung, Wissenschaft, Kultur

Über die Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben hinaus ist es auch Zweck der RAG-Stiftung, Projekte aus den Berei­chen Bildung, Wissenschaft und Kultur zu fördern, soweit diese im Zusammenhang mit dem Steinkohlenbergbau an Ruhr und Saar sowie in Ibbenbüren stehen. Die RAG-Stiftung fördert zum Beispiel Ausbildungsprogramme für Jugendliche in ehema­ligen Bergbauregionen an Ruhr und Saar sowie die wissenschaftliche Begleitforschung zu den Folgen der deutschen Steinkohlenförderung.

Die Stiftung wird künftig zudem die Weiterentwicklung von Institu­tionen fördern, die bislang von der RAG AG regel­mäßige Zuwendungen erhalten haben und mit dem Ende der Kohleförderung in ihrer Existenz bedroht wären. Hierzu gehören beispielsweise das Deutsche Bergbau-Museum als forschende und museale Ein­richtung, die private Technische Hoch­schule Georg Agricola (THGA) in Bochum sowie Bergmanns-Chöre und -Orchester.

Wir leisten unseren Beitrag zur Transformation der Bergbauregionen.

Bernd Tönjes, Vorsitzender des Vorstandes der RAG-Stiftung

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