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SURVIVORS Faces of Life after the Holocaust

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75 Portraits von Überlebenden

Fotografiert von Martin Schoeller

Unterstützt und gefördert durch die RAG-Stiftung

 


“Es ist so wichtig, Erinnerungsprojekte wie dieses zu unternehmen. Wer noch in
der Lage ist, seine Geschichte zu erzählen, sollte das auch weiterhin tun. Es ist
unsere Pflicht, im Namen der Männer, Frauen und Kinder, die ermordet wurden,
unsere Geschichten immer wieder zu erzählen.“
Naftali Furst, Überlebender


Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet
eröffnen am 21. Januar die Ausstellung „SURVIVORS. Faces of Life after the
Holocaust“ auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen. Anlass ist der 75.
Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-
Birkenau. Zu sehen sind 75 eindringliche Portraits von Überlebenden des
Holocaust, fotografiert von Martin Schoeller. Der international renommierte
Fotograf hat sich für dieses Erinnerungs-Projekt mit der Holocaust-
Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und dessen deutschem Freundeskreis
sowie der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn zusammengeschlossen. Die
Portraits sind weltweit erstmalig ab dem 22. Januar auf Zollverein zu sehen.
Weitere Stationen sind geplant.


Menschlichkeit und Würde bewahren unter unmenschlichen Bedingungen:
Diese Erfahrung steht hinter den überlebensgroßen Nahaufnahmen der 75
Überlebenden. Entstanden sind die Bilder in Jerusalem, in Yad Vashem, wo
Schoeller die Portraitierten besucht und sich für die Aufnahmen sehr viel Zeit
genommen hat. “Ich bin in Deutschland aufgewachsen”, so Martin Schoeller,
der seit langem in New York lebt. „In der Schule haben wir ständig über den
Holocaust gesprochen. Ich bin mit dem Gefühl groß geworden, dass eine
unglaubliche Schuld auf uns liegt, das hat mich die eigene Identität immer
wieder hinterfragen lassen. Wie konnten Menschen aus meinem eigenen Land
solche unfassbaren Verbrechen begehen? Es ist erschreckend zu sehen, wie sich
der Antisemitismus momentan in Europa und anderswo erneut Bahn bricht.
Mehr denn je verspüre ich daher eine große Verantwortung, gegen
Antisemitismus anzugehen, wo immer ich ihn erlebe, und dazu beizutragen, dass
es nie wieder so etwas wie den Holocaust geben wird. Wir sind verantwortlich
für unsere Geschichte. Und ich glaube, dass wir nur dann als Menschen
vorankommen können, wenn wir bereit sind, aus der Geschichte zu lernen.“

Der Blick in diese vom Leben gezeichneten Gesichter ist heute und für künftige
Generationen von besonderer Bedeutung: Die Portraitierten gehören zu den
letzten noch lebenden Augenzeugen. Schoellers unverstellte Fotografien sind
bleibende Zeugnisse persönlicher und kollektiver Geschichte und vermitteln das
Grauen des Holocaust jenseits von Worten.

„Das Erbe der Shoah, das die Überlebenden mit größter Tapferkeit und Hingabe
wachgehalten haben, wird nun an uns übergeben. Und es ist an uns, ihre
Hoffnungen auf eine bessere Zukunft zu verwirklichen“, erläutert der
Vorsitzende von Yad Vashem, Avner Shalev. „Es ist von größter Bedeutung, dass
ihre Botschaften und Werte in Ehren gehalten und eingelöst werden. Dies
sicherzustellen, dafür steht die internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad
Vashem, und wir sind überzeugt, dass dies eine heilige Aufgabe für die ganze
Welt ist. Im fortschreitenden 21. Jahrhundert sind wir verpflichtet, präzise
Erinnerungen an den Holocaust wachzuhalten und für mehr Menschlichkeit,
Toleranz und Demokratie in der Gesellschaft einzutreten, zum Wohle
kommender Generationen.“


Kai Diekmann, Vorsitzender des deutschen Freundeskreises von Yad Vashem,
unterstreicht die Bedeutung der Fotografien für die Vermittlung der
Geschichte(n) der Überlebenden: „Jede der Fotografien sagt mehr, als es Worte
je vermögen. Jeder der von nahem und überlebensgroß gezeigten Gesichtszüge
trägt ein Stück persönlicher und kollektiver Geschichte in sich. Ihre Gesichter
beobachten uns. Ihr Blick fesselt uns. Die Furchen der Gesichter sind Zeichen des
durchlebten Grauens und zugleich des Triumphs, sich ein neues Leben aufgebaut
zu haben. Jede Fotografie spricht zu unserem Herzen – und öffnet ein Tor zu
dem überwältigenden Vermächtnis der Opfer und Überlebenden.“


Walter Smerling, Vorsitzender der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn, hofft auf
viele junge Besucher der Ausstellung. „Manch einer glaubt, zu dem Thema sei
bereits alles gesagt. Dem ist nicht so – das führen uns die Nachrichten leider
täglich vor Augen. Erinnerungskultur gehört zu den wichtigsten Aufgaben
unserer Zeit, und diese Ausstellung wird einen Beitrag dazu leisten. Die
Überlebenden lehren uns, niemals aufzugeben und achtsam zu bleiben.“


Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung: „Die RAG-Stiftung sieht
sich in der Pflicht, den wichtigen Gedenktag 27. Januar, den Erinnerungstag an
die Opfer des Holocaust, auch hier im Ruhrgebiet angemessen zu würdigen. Als
Förderer von Projekten im Bildungsbereich unterstützen wir das Projekt mit
großer Überzeugung. Gerade junge Menschen müssen immer wieder an das
Thema herangeführt werden. Es gilt mehr denn je, öffentlich Zeichen zu setzen:
Gegen einen wieder erstarkenden Antisemitismus und eine zunehmende rechte
Radikalisierung in der Gesellschaft.“


„SURVIVORS“ ist ein Projekt der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn und der
Internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Kooperation mit der
Stiftung Zollverein und dem Ruhr Museum. Kuratorinnen sind Anke Degenhard
und Vivian Uria. Das Projekt wurde initiiert vom deutschen Freundeskreis von
Yad Vashem unter Kai Diekmann und wird unterstützt und finanziert von der
RAG-Stiftung.


Zur Ausstellung erscheint ein Fotobuch im Steidl Verlag mit den 75 Portraits und
zugehörigen Biografien sowie einem Vorwort von Bundespräsident a.D. Joachim
Gauck.

Über Martin Schoeller
Martin Schoeller, geboren 1968 in München, ist einer der international
prominentesten Portraitfotografen und bekannt für seine eindringlichen, hyperrealistischen
Close-Ups. Bei seinen Portraits – von Personen des öffentlichen
Lebens ebenso wie von anonymen Einzelpersonen – arbeitet er seriell, setzt eine
spezielle Beleuchtung ein und sucht die extreme Frontalansicht. Nach dem
Fotografie-Studium am Lette-Verein in Berlin und Hamburg, arbeitete Martin
Schoeller von 1993 bis 1996 als Assistent von Annie Leibovitz. Schoeller
kooperiert häufig mit renommierten Magazinen, wie z.B. Rolling Stone, National
Geographic, Time, GQ, Esquire, Entertainment Weekly oder dem New York
Times Magazine. Seine Arbeiten sind weltweit zu sehen und in wichtigen
Sammlungen vertreten.
www.martinschoeller.com
@martinschoeller


Über Yad Vashem
Yad Vashem in Jerusalem, Israel, ist die Internationale Holocaust Gedenkstätte,
deren Kernarbeit das Gedenken, die Dokumentation, Erziehung und Erforschung
des Holocaust ist. Die Gedenkstätte vermittelt eine menschliche Perspektive auf
die Shoah und auf Einzelschicksale unter den rund sechs Millionen jüdischen
Männern, Frauen und Kindern. Das Gemeinschaftsprojekt „Survivors. Faces of
Life after the Holocaust“, das die persönlichen Geschichten von Überlebenden
des Holocaust in den Fokus stellt, steht exemplarisch für die Arbeit von Yad
Vashem.
www.yadvashem.org
@yadvashem


Über die Stiftung für Kunst und Kultur Bonn
Die Stiftung für Kunst und Kultur Bonn ist eine gemeinnützige Organisation, die
1986 als Privatinitiative gegründet wurde. Ziel der Stiftung ist es, Kunst und
Kultur als wesentliche und impulsgebende Bestandteile unserer Zivilgesellschaft
zu fördern. Die Stiftung will Dialoge initiieren und versteht sich als „Mitgestalter
am Ganzen“, frei nach Joseph Beuys. Schwerpunkte der Arbeit sind die
Konzeption und Realisierung von Ausstellungen, die Leitung des MKM Museum
Küppersmühle Duisburg, die Veranstaltung von Diskussionen an der Schnittstelle
von Kultur, Politik und Wirtschaft und die Präsentation von Kunst im öffentlichen
Raum. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung über 300 Ausstellungen und
anderweitige Kunstprojekte in In- und Ausland realisiert.
„SURVIVORS. Faces of Life after the Holocaust“ ist das zweite gemeinsame
Projekt der Stiftung für Kunst und Kultur mit Yad Vashem.
www.stiftungkunst.de
@stiftungkunstbonn


Über die Stiftung Zollverein
Die Stiftung Zollverein ist Generalmanagerin des UNESCO-Welterbes Zollverein
in Essen und Eigentümerin der übertägigen Gebäude und Anlagen. Die „schönste
Zeche der Welt“ gehört seit 2001 zum Weltkulturerbe. Seitdem werden Zeche
und Kokerei Zollverein als identitätsstiftendes Denkmal bewahrt und mit
musealen Angeboten, Konzerten und Veranstaltungen kulturell bespielt. Mit
über 1,5 Mio. Besuchern jährlich ist Zollverein die größte Touristenattraktion im
Ruhrgebiet und mit 150 Unternehmen aus der Kreativ- und
Innovationswirtschaft ein wachsender Wirtschaftsstandort.
www.zollverein.de
@UnescoWelterbeZollverein (Facebook) | @Zollverein (Twitter)
@zeche_zollverein (Instagram)


Über das Ruhr Museum
Das Ruhr Museum ist das Regionalmuseum des Ruhrgebiets. In seiner
Dauerausstellung präsentiert es die faszinierende Geschichte einer der größten
Industrieregionen der Welt. Die Ausstellung zeigt die gesamte Geschichte des
Ruhrgebiets von der Entstehung der Kohle bis zum gegenwärtigen
Strukturwandel zur Metropole Ruhr. Neben seiner Dauerausstellung präsentiert
das Ruhr Museum regelmäßig große Sonderausstellungen, vor allem zur
Geschichte des Ruhrgebiets, aber auch zu überregionalen Themen. Das Ruhr
Museum befindet sich in der Trägerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, des
Landschaftsverbandes Rheinland und der Stadt Essen.
www.ruhrmuseum.de
@ruhrmuseum


Über die RAG-Stiftung
Die privatrechtliche RAG-Stiftung wurde 2007 gegründet. Sie hat ihren Sitz auf
dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen. Seit Anfang 2019 übernimmt sie die
Finanzierung der sogenannten Ewigkeitsaufgaben aus dem deutschen
Steinkohlenbergbau der RAG Aktiengesellschaft an Ruhr, Saar und in
Ibbenbüren. Darüber hinaus fördert die RAG-Stiftung Projekte aus den Bereichen Bildung,
Wissenschaft und Kultur, die im Zusammenhang mit dem deutschen
Steinkohlenbergbau stehen. Damit setzt sie nachhaltige Impulse für die
Transformation der Regionen an Ruhr und Saar sowie in Ibbenbüren.
www.rag-stiftung.de
@ragstiftung

Pressekontakt

Sabrina Manz

Leiterin Presse und Öffentlichkeitsarbeit der RAG-Stiftung

sabrina.manz(at)rag-stiftung.de
+49 (201) 378 3366