RAG‐Stiftung zieht positive Bilanz nach zwei Jahren „Glückauf Zukunft!“ Projektlandschaft macht jedem Bürger ein attraktives Angebot

- Initiative entwickelt sich mit beeindruckender Dynamik
- Zahlreiche Projekte bereits erfolgreich durchgeführt, weitere stehen an
- Am Ende werden rd. 100 Projekte, Veranstaltungen und Ausstellungen realisiert worden sein
- „#NextLevelRuhr – der Hackathon für alle“ nimmt die junge Generation in die Pflicht
- BVB 09 und Schalke 04 treten gemeinsam gegen polnische Fußball‐Nationalmannschaft an

Essen, 26. September 2017. Vor rund zwei Jahren haben die RAG‐Stiftung, die RAG Aktiengesellschaft und die Evonik Industries AG zusammen mit der IG BCE das Projekt „Glückauf Zukunft!“ zum Auslauf des deutschen Steinkohlenbergbaus Ende 2018 ins Leben gerufen. Das Programm würdigt seine historischen Leistungen und setzt zugleich Signale des Aufbruchs für die Zeit danach. Die Zwischenbilanz macht Mut. Die ersten Projekte fanden großen Anklang. „Glückauf Zukunft!“ entwickelt sich mit beeindruckender Dynamik.

Zogen heute auf Zollverein eine positive Halbzeit-Bilanz der Initiative „Glückauf Zukunft!“
(v.l.n.r.) Fritz Pleitgen, Vorsitzender des Beirates „Glückauf Zukunft!“, Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung und Dr. Werner Müller, Vorsitzender des Vorstand der RAG-Stiftung
© Mark Ansorg
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„Was als Initiative der RAG-Stiftung, der RAG und Evonik gemeinsam mit der IG BCE aus Verantwortung für die Bergbauregionen begann, ist zu einem breiten gesellschaftlichen Engagement geworden.“ Mit diesen Worten beschrieb Dr. Werner Müller, Vorsitzender des Vorstands der RAG-Stiftung, beim heutigen Pressegespräch auf Welterbe Zollverein in Essen den bisherigen Fortschritt von „Glückauf Zukunft!“. Zum Start im April vergangenen Jahres hatten die Initiatoren alle wesentlichen Akteure im Ruhrgebiet eingeladen, sich einzubringen und an der zukünftigen Gestaltung des Reviers mitzuwirken. Seitdem hat sich Einiges getan. Viele bedeutende Institutionen haben das Angebot angenommen und bringen sich bei „Glückauf Zukunft!“ ein. Zahlreiche Organisationen planen Abschiedsveranstaltungen oder beteiligen sich an der Zukunftsgestaltung ihrer Region. „Die Verantwortlichen überlassen ihre Heimat nicht einfach ihrem Schicksal. Man spürt ein zunehmendes Selbstbewusstsein in den Bergbauregionen. Das finde ich gut und es stimmt mich optimistisch“, so Müller.

„Glückauf Zukunft!“ startete mit der RAG-Stiftung-Zukunftsstudie. Ein Ergebnis war: Das Ruhrgebiet braucht neue Impulse des Aufbruchs für die wirtschaftliche Weiterentwicklung. Ein wichtiger Anstoß dafür ist die Etablierung von Start-up-Unternehmen. Sie schaffen Innovationen und beleben die Wirtschaft. Genau an dieser Stelle setzt die Gründerallianz Ruhr an. Sie wird von den Initiatoren von „Glückauf Zukunft!“ und dem Initiativkreis Ruhr ins Leben gerufen. Das Wirtschaftsbündnis Initiativkreis Ruhr hat bereits zahlreiche Aktivitäten zur Förderung von jungen Unternehmen auf den Weg gebracht, darunter den mit 30 Millionen Euro Risikokapital ausgestatteten Gründerfonds Ruhr. „Gemeinsam wollen wir das Ruhrgebiet als attraktiven Standort für Gründer positionieren. Dafür ist ein umfassendes Unterstützungsangebot für junge Start-ups notwendig“, erklärte Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung. Im Zuge der Gründerallianz planen die Partner den Aufbau einer zentralen Anlaufstelle der Wirtschaft, die alle wesentlichen Informationen, Angebote und Aktivitäten für Gründer im Ruhrgebiet transparent macht und koordiniert, um die Szenenbildung im Revier voranzutreiben. Dazu zählt unter anderem, öffentliche Daten zu sammeln, aufzubereiten und auf einer digitalen Plattform verfügbar zu machen.

Ein besonderes Anliegen von „Glückauf Zukunft!“ ist es zudem, die Bedürfnisse der jungen Generation zu berücksichtigen. Aus diesem Grund wurden bereits mehrere Jugendprojekte erfolgreich durchgeführt, weitere stehen an. Ein Beispiel dafür ist ein Hackathon zur Zukunft des Ruhrgebiets, der am 18. und 19. November 2017 im LVR-Industriemuseum in Oberhausen stattfindet. Unter dem Motto „#NextLevelRuhr – Der Hackathon für alle“ entwickeln Teams in 24 Stunden Ideen, wie das Ruhrgbiet aus Sicht der jungen Generation attraktiver werden kann. Eine hochkarätige Jury wird die besten Ideen mit insgesamt 8.500 Euro Preisgeld prämieren. Studierende, Auszubildende und junge Erwachsene können sich unter www.nextlevelruhr.de anmelden.

Ziel von „Glückauf Zukunft!“ war immer auch, Zukunftsimpulse und die Würdigung des deutschen Steinkohlenbergbaus und seiner Leistungen in die richtige Balance zu bringen. Im Jahr 2018 wird es daher einen Fokus auf Abschiedsveranstaltungen geben. Einer der Höhepunkte wird das Jahrhundertheimspiel sein. Als Zeichen besonderer Verbundenheit mit dem Bergbau wird eine Ruhrgebietsauswahl unter der Führung von Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 gegen die polnische Nationalmannschaft antreten. Polnische Arbeitnehmer waren die ersten Gastarbeiter im Ruhrgebiet. Sie trugen erheblich zum Wiederaufstieg Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg bei. Aus Polen stammende Fußballspieler sind zu Leistungsträgern in ihren Vereinen geworden. Ernst Kuzorra und Jakub „Kuba“ Błaszczykowski sind zwei Spieler in einer ganzen Reihe von polnischen Spitzenfußballern in Ruhrgebietsvereinen.

„Die Beteiligung von Bergleuten und Bürgern am Programm von ‚Glückauf Zukunft!‘ ist uns besonders wichtig. Mit einem großen dezentralen Bürgerfest unter dem Motto und Titel ‚Danke Kumpel‘ tragen wir diesem Ziel Rechnung“, so Bärbel Bergerhoff-Wodopia. Daher wird es am 3. November 2018 Bürgerfeste an fünf RAG-Standorten geben, bei denen verschiedene Künstler aus der Region  auftreten werden. Außerdem wird ein 20-minütiger Zusammenschnitt des Films „Der lange Abschied von der Kohle“ gezeigt. Die Bürgerfeste enden mit einer außergewöhnlichen Inszenierung, welche den Bergleuten in besonderer Weise sagt: „Danke Kumpel“. Insgesamt sollen die fünf Veranstaltungen nochmals bewusst machen, welche Leistungen Bergleute für die Menschen in den Bergbauregionen vollbracht haben.

Alle Veranstaltungen sind ab heute online unter www.glueckauf-zukunft.de/kalender zu finden. Zusätzlich wird im Dezember für das Jahr 2018 eine gedruckte Variante erscheinen.

Über die RAG-Stiftung
Die privatrechtliche RAG-Stiftung wurde 2007 gegründet. Sie baut ein Stiftungsvermögen auf, um ab 2019 die sogenannten Ewigkeitsaufgaben des deutschen Steinkohlenbergbaus an Ruhr und Saar zu finanzieren. Die hierfür benötigten Mittel erhält die Stiftung in erheblichem Umfang über Beteiligungs- und Kapitalerträge. Positive Signale an Ruhr und Saar will die RAG-Stiftung zudem durch die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Kultur setzen, soweit diese im Zusammenhang mit dem Bergbau stehen.

Über die RAG Aktiengesellschaft
Die RAG förderte 2015 noch 6,2 Millionen Tonnen Steinkohle und beschäftigt circa 10.000 Mitarbeiter. Sie setzt den politischen Auftrag des sozialverträglichen Ausstiegs aus dem Steinkohlenbergbau um. Das Unternehmen wird auch nach 2018 den strukturellen Wandel in den Bergbauregionen verantwortungsvoll weiter begleiten.

Über die Evonik Industries AG
Evonik ging 2007 aus dem Beteiligungsbereich der RAG hervor und ist eines der weltweit führenden Unternehmen der Spezialchemie. Profitables Wachstum und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes stehen im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie. Die Aktivitäten des Konzerns sind auf die wichtigen Megatrends Gesundheit, Ernährung, Ressourceneffizienz sowie Globalisierung konzentriert.

Über die IG BCE
Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) ist mit rund 650.000 Mitgliedern die drittgrößte Gewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Zum Organisationsbereich gehören die Branchen Bergbau, Chemie, Energie, Erdöl und Erdgas, Glas, Kautschuk, Keramik, Kunststoffe und nichtmetallische Werkstoffe, Leder, Papier, Umwelt, Wasser sowie Ver- und Entsorgungsbetriebe. Vorsitzender seit 2009 ist Michael Vassiliadis.