#NextLevelRuhr beeindruckt mit überzeugenden Projektideen

Siegerteam „AI Ruhr“ entwickelte eine Webplattform für den perfekten Wohnort im Revier

  • Mehr als 80 vor allem junge Leute nahmen an „#NextLevelRuhr – der Hackathon für alle“ teil
  • 14 Teams entwickelten innovative Vorschläge, wie das Ruhrgebiet in den nächsten 10 Jahren für die junge Generation attraktiver werden kann
  • Siegerteam „AI Ruhr“ kombiniert die Wohnungssuche mit den öffentlichen Angeboten und Freizeitmöglichkeiten in den Quartieren des Ruhrgebiets
  • Jury zeigte sich beeindruckt von der Kreativität und dem Engagement aller Gruppen

Oberhausen, 19. November 2017. 85 Teilnehmer, 14 Teams und vier Siegerideen. Bei „#NextLevelRuhr – der Hackathon für alle“ im LVR-Industriemuseum in Oberhausen haben engagierte junge Menschen innerhalb von 24 Stunden innovative Vorschläge entwickelt, wie das Ruhrgebiet in den nächsten 10 Jahren attraktiver werden kann. Große wie kleine Ansätze sind dabei entstanden, analoge wie digitale Lösungen und durchdachte Konzeptvorschläge für mehr Start-ups im Revier. Beim abschließenden Pitch mussten die Teams dann in jeweils nur 5 Minuten die prominent besetzte Jury von ihrer Idee überzeugen. Die Sieger dürfen sich nicht nur über ihr Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro (1. Platz), 2.500 Euro (2. Platz) und 1.000 Euro (3. Platz, zweimal vergeben) freuen. Die RAG-Stiftung prüft nun mit möglichen Partnern die Umsetzung der Konzepte.

85 junge Menschen entwickelten Ideen für die Zukunft des Ruhrgebietes.
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Moderator Amiaz Habtu führte durch den Hackathon.
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Das LVR-Industriemuseum Altenberg in Oberhausen bot die optimale Kulisse.
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In industriekultureller Atmosphäre ließ es sich gut arbeiten.
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Im Kesselhaus wurden Ideen geboren und ausgearbeitet.
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Das Siegerteam "AI Ruhr"
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Den ersten Platz belegte das Team „AI Ruhr“. Das Team entwickelte eine Webplattform für Wohnungssuchende. Nutzer können die Suche nicht nur geografisch eingrenzen, sondern auch nach bestimmten Attraktivitätskriterien filtern. So ist es beispielsweise möglich, den Weg zur Arbeit zu berücksichtigen, Kindergärten, Parks oder die Kneipenszene einzubeziehen. Aber auch für Kommunen und deren Stadtplaner gibt die Plattform wertvolle Hinweise. Sie zeigt ihnen visuell, in welchen Bezirken und Stadtteilen es noch Entwicklungsbedarf gibt – wo beispielsweise Kindergärten fehlen, die Verkehrsanbindungen besser werden müssen oder zusätzliche Freizeitangebote entstehen sollten.

Platz 2 ging an das Team „Projektbüro Vatter & Söhne“. Die Kommunikationsdesignerinnen und Künstler überraschten mit ihrer witzigen Präsentation als Rollenspiel. Ihre Idee: Ein Automat an einem zentralen Ort im Stadtviertel. Dieser „Kumpelmat“ wirft gegen Münzgeld Anekdoten und Angebote aus der Umgebung aus. Dahinter steht der Ansatz, mehr Identifikation mit dem eigenen Stadtviertel zu schaffen und die Nachbarschaften zu aktivieren. Jeder kann über eine Website den Automaten mit Vorschlägen befüllen. Die Jury war vor allem von der Kreativität und dem analogen Ansatz begeistert.

Der 3. Platz wurde gleich zweimal vergeben. Das Team „Pottential“ überzeugte die Jury mit dem Facebook-Messenger-Chatbot Paula. Paula ist der zentrale Einstiegspunkt für sämtliche Angebote im Ruhrgebiet. Paula kann Fragen zu Freizeitangeboten beantworten, Behördentermine ausmachen und Events in der unmittelbaren Umgebung anzeigen. Mit dem Chatbot wird die mühsame und zeitintensive Suche im Internet überflüssig. Paula hat auf (fast) alles eine Antwort. Die Idee überzeugte die Jury auch vor dem Hintergrund der Tatsache, dass junge Menschen immer weniger über Desktop-Anwendungen, sondern zunehmend über Smartphones Informationen suchen.

Der zweite 3. Platz ging an das Team „ ... aus Gründen“. Ihr Ansatz: den Gründergeist im Ruhrgebiet stärken. Dafür schlägt die Gruppe vor, dass junge Gründer mit ihren Erfahrungen in die Schulen gehen. Eine Agentur bringt dafür Start-ups mit Schulen zusammen und organisiert den Austausch. In Projektwochen werden dann Schülerinnen und Schüler mit der Start-up-Welt vertraut gemacht. Die Jury lobte vor allem, dass junge Leute frühzeitig mit der Gründerpraxis in Berührung kommen und sieht realistische Umsetzungschancen. Der Juror Ryotaro Bordini Chikushi brachte es auf den Punkt: „Solche Angebote wünscht man sich für die eigenen Kinder.“

Dr. Werner Müller, Vorsitzender des Vorstandes der RAG-Stiftung, zeigte sich nach dem Hackathon von den Ideen und der Veranstaltung beeindruckt: „#NextLevelRuhr war ein großer Erfolg – vor allem für das Ruhrgebiet. Es hat sich das bestätigt, was wir bereits in anderen Jugendprojekten beobachten konnten: Die jungen Leute sind kreativ und gewillt, die Dinge in ihrem Sinne zu gestalten und in die Hand zu nehmen. Das macht Mut für die Zukunft der Region.“

Anlass für den Hackathon #NextLevelRuhr waren die Ergebnisse der RAG-Stiftung-Zukunftsstudie aus dem vergangenen Jahr sowie die Diskussionen auf dem Zukunftsforum 2016. Wissenschaftler, Experten, Politiker und (Jung-)Unternehmer hatten unisono darauf hingewiesen, dass im Ruhrgebiet mehr für den Zuzug von jungen Menschen getan werden müsse. #NextLevelRuhr hat diese Forderung aufgegriffen und Studierende, Auszubildende, Berufseinsteiger und Gründer aufgerufen, ihre Vorstellung von einem attraktiveren Ruhrgebiet an einem Wochenende auszuarbeiten und einer Jury zu präsentieren.

Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstandes der RAG-Stiftung und Mitglied der Jury, sagte zu den Ergebnissen: „Mich hat begeistert, mit welchem Einsatz und welcher Freude die Teams ihre Ideen präsentiert haben. Man konnte die hohe Identifikation regelrecht spüren. Es sind viele innovative Ansätze für das Ruhrgebiet entstanden, die die Region ganz praktisch attraktiver machen können.“

Für ein ansprechendes Rahmenprogramm sorgten drei Referenten. Die Künstlerin Monika Heimann gab in ihrem Vortrag den Teilnehmern den Hinweis, Dinge mit einem fremden Blick zu betrachten und dadurch kreativer zu sein. Der „Wer wird Millionär?“-Gewinner Leon Windscheid brachte den Teams mit seinem witzigen wie fesselnden Vortrag Erkenntnisse aus der Psychologie näher. Und die Zukunftsforscherin Nora Stampfl zeigte auf, wie Bürgerbeteiligung in Städten und Ballungsräumen auf spielerische Art richtig Spaß machen kann.

Bei der Prämierung der drei Siegerteams soll es nicht bleiben. Die RAG-Stiftung wird nun ausloten, inwieweit die Ansätze mit Partnern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft realisierbar sind.

Weitere Impressionen, Foto- und Videomaterial finden sich auf der Website des Hackathons: www.nextlevelruhr.de

Über die RAG-Stiftung

Die privatrechtliche RAG-Stiftung wurde 2007 gegründet. Aufgabe der RAG-Stiftung ist es, bis Ende 2018 so viel Stiftungsvermögen aufzubauen, um ab 2019 die sogenannten Ewigkeitslasten des deutschen Steinkohlenbergbaus an Ruhr und Saar dauerhaft zu finanzieren.

Weitere Informationen zur RAG-Stiftung finden Sie unter www.rag-stiftung.de

Über „Glückauf Zukunft!“

2016 hat die RAG-Stiftung „Glückauf Zukunft!“ initiiert, gemeinsam mit der RAG Aktiengesellschaft und der Evonik Industries AG sowie im Schulterschluss mit dem Sozialpartner IG BCE. Unter dem Dach von „Glückauf Zukunft!“ werden bis einschließlich Ende 2018 größere wie kleinere Projekte initiiert, die den Steinkohlenbergbau würdigen und Signale des Aufbruchs für die Regionen an Ruhr und Saar geben. Die RAG-Stiftung stellt für ihre Projekte insgesamt 28 Millionen Euro zur Verfügung.

Informationen zu weiteren Projekten von „Glückauf Zukunft!“ finden Sie unter www.glückauf-zukunft.de