Joblinge gAG Ruhr schafft Chancen für arbeitslose Jugendliche im Ruhrgebiet

09.10.2012

v.l.n.r.: Jens Baier (BCG), Raphael Karrasch (Joblinge gAG Ruhr), Dr. Lope Florez (BCG), Dr. Rainer Strack (BCG), Dominik Hauber (BCG), Hans-Theo Köster (RAG-Stiftung), Julia Brosig (RAG-Stiftung), Ulrike Garanin (BCG), Friedrich Kötter (KÖTTER), Dr. Nadine Bodenschatz (CMS Hasche Sigle), Jan-Peter Nissen (Initiativkreis Ruhr) und Dr. Martin Iffert (TRIMET) freuen sich über die erfolgreiche Gründung der Joblinge gAG Ruhr.

Jeder zweite Hauptschulabgänger ist ein Jahr nach Schulende noch ohne Ausbildungsplatz. Die Anforderungen der Wirtschaft steigen, während die Chancen für Geringqualifizierte auf dem Arbeitsmarkt weiter sinken. Dem möchte der Initiativkreis Ruhr zusammen mit der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG), der RAG-Stiftung und weiteren namhaften Partnern über die neu gegründete Joblinge gAG Ruhr entgegenwirken. Ab Januar 2013 können schwer vermittelbare Jugendliche gezielt in den ersten Ausbildungsmarkt im Ruhrgebiet vermittelt und integriert werden.

Programm: Praxis vom ersten Tag an und individuelle Förderung

Das Programm richtet sich an Jugendliche, die nur einen sehr schlechten oder keinen Hauptschulabschluss vorweisen können. In sechs Monaten erarbeiten sie sich ihren Ausbildungsplatz selbst. In dieser Zeit durchlaufen sie eine Orientierungsphase und erhalten Einblicke in mehrere Berufsfelder. Gleichzeitig erlernen die Teilnehmer wichtige soziale Kompetenzen, die gerade bei dieser Zielgruppe häufig fehlen, für den Arbeitsalltag aber unabdingbar sind. In der Praxisphase werden die Jugendlichen anschließend auf den Arbeitsalltag vorbereitet und müssen sich im Arbeitsleben beweisen. Gelingt ihnen dies, erarbeiten sie sich einen Ausbildungsplatz und werden während der Zeit der Ausbildung weiterhin durch das Joblinge-Team begleitet. Die Joblinge gAG Ruhr folgt den Beispielen der Standorte in Berlin, Deggendorf (Bayerwald), Frankfurt, Köln, Leipzig und München. Dort ist es gelungen, mehr als 60 Prozent der Teilnehmer nachhaltig in eine Ausbildung zu vermitteln. 90 Prozent von ihnen sind auch nach zwölf Monaten noch erfolgreich in ihrem Ausbildungsbetrieb beschäftigt.

„Wir geben jungen Menschen, die bislang keinen Anschluss an die Arbeitswelt gefunden haben, die Chance, ihr Können in der Praxis zu beweisen – jenseits von Frontalunterricht und klassischen Schulnoten“, erklärt Jens Baier, ehrenamtlicher Vorstand der Joblinge gAG Ruhr und Partner bei der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group, die das Projekt 2007 gemeinsam mit der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG entwickelt und ins Leben gerufen hat. „Wir wollen benachteiligte Jugendliche bestmöglich dabei unterstützen, sich eine echte Berufs- und damit Lebensperspektive zu erarbeiten.“

Jeder der nunmehr sieben Joblinge-Standorte in Deutschland fungiert als gemeinnützige AG. Die JOBLINGE-Dachorganisation (JOBLINGE e. V.) in München garantiert die Qualität dieser gAGs und unterstützt sie mit überregionalen Dienstleistungen. Zudem steuert sie die Umsetzung und Weiterentwicklung des Konzepts und koordiniert das Wachstum der Initiative. Jan-Peter Nissen, Geschäftsführer der Initiativkreis Ruhr GmbH, freut sich über die Gründung der Joblinge gAG Ruhr: „Mit diesem Modell, das sich bereits in anderen Städten und Regionen in Deutschland bewährt hat, leistet die Wirtschaft nun auch im Ruhrgebiet gemeinsam mit der öffentlichen Hand einen nachhaltigen Beitrag gegen die Jugendarbeitslosigkeit. Von jeher war es die Aufgabe des Initiativkreises, das Ruhrgebiet zukunftsfähig zu machen. Mit diesem Schritt werden wir diesem Gründungsauftrag einmal mehr gerecht.“

Gut aufgestellt: Joblinge gemeinnützige AG Ruhr mit Sitz in Essen

Zu den Gründungsaktionären der Joblinge gAG Ruhr gehören neben dem Initiativkreis auch der Westdeutsche Wach- und Schutzdienst Fritz Kötter, CMS Hasche Sigle, die RAG-Stiftung, The Boston Consulting Group (BCG) sowie TRIMET ALUMINIUM. Im Aufsichtsrat sitzen neben Jan-Peter Nissen (Vorsitz) Friedrich Kötter (KÖTTER), Karola Geiß-Netthöfel (Regionalverband Ruhr), Bürgermeister Rudolf Jelinek (Stadt Essen), Bernd Romanski (HOCHTIEF), Dr. Dirk Jannott (CMS), Hans-Theo Köster (RAG-Stiftung) und Dr. Rainer Strack (BCG) sowie Dr. Martin Iffert (TRIMET). Als ehrenamtlicher Vorstand ist Jens Baier (BCG) bestellt, Raphael Karrasch wird den Ruhr-Standort leiten. Er und sein vierköpfiges Team werden im Januar kommenden Jahres die Arbeit mit den Jugendlichen aufnehmen. Ihr Ziel ist es, innerhalb eines Jahres rund 60 bis 80 Jugendliche für eine Ausbildung fit zu machen und ihnen eine Ausbildungsstelle zu vermitteln.

JOBLINGE ist eine gemeinnützige Initiative der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG) und der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG. Sie bündelt das bürgerschaftliche Engagement zahlreicher Partner aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, um Jugendliche auf ihrem Weg in die Arbeitswelt zu unterstützen. In einem mehrmonatigen Programm qualifizieren sich Teilnehmer in der Praxis und erarbeiten sich aus eigener Kraft einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz in einem JOBLINGE-Partnerunternehmen. Ein persönlicher Mentor begleitet jeden Jobling auf seinem Weg. Auf lokaler Ebene wird die Initiative von gemeinnützigen Aktiengesellschaften (gAGs) getragen, die das Programm vor Ort umsetzen. Unterstützt werden sie dabei von den beiden Initiatoren, die JOBLINGE kontinuierlich weiterentwickeln und standortübergreifend koordinieren. Die ersten Joblinge gAGs wurden 2008 in Bayerwald, 2009 in München und 2010 in Berlin gegründet. Seit 2011 gibt es JOBLINGE auch in Frankfurt, Köln und Leipzig. Gefördert werden die Standorte durch die öffentliche Hand. Weitere Standorte sind in Vorbereitung. Für nähere Informationen:

Initiativkreis Ruhr
Der Initiativkreis Ruhr ist ein Zusammenschluss von 71 führenden Wirtschaftsunternehmen. Sie beschäftigen zusammen rund 2,25 Millionen Menschen weltweit und generieren einen globalen Umsatz von rund 630 Milliarden Euro. Ihre Führungskräfte repräsentieren als Persönliche Mitglieder den Initiativkreis Ruhr. Mit zukunftsfähigen Strategien und praxisnahen Konzepten setzt der Initiativkreis auf die kreative Kraft gebündelten ökonomischen Know-hows. Aus dieser Stärke erwachsen Zukunftsprojekte mit Strahlkraft. Immer mit dem Ziel vor Augen, die Metropole Ruhr als konzertierte Aktion verschiedener Akteure weiterzuentwickeln.

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