Bildungskongress „Aus Schulabbrechern werden Facharbeiter!“

13.11.2012

Prof. Dr. Annette Schavan MdB, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Michael Schmidt, Vorsitzender des Vorstands BP Europa SE, Bodo Hombach, Moderator Initiativkreis Ruhr, Prof. Dr. Stefan Sell, FH Koblenz, und Christine Henry-Huthmacher, Koordinatorin Bildungs-, Familien- und Frauenpolitik Konrad-Adenauer-Stiftung, auf dem heutigen Bildungskongress bei BP Europa SE in Bochum. Quelle: Initiativkreis Ruhr

Die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Initiativkreis Ruhr GmbH zeigen gemeinsam Lösungsansätze für die Integration von Jugendlichen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt auf. Derzeit befinden sich rund 300.000 Jugendliche in einer Warteschleife zwischen Schule und Ausbildung, die mit Kosten von rund vier Milliarden Euro pro Jahr verbunden ist. Wichtigste Erkenntnis: Ein Schlüssel für einen gelungenen Berufseinstieg und eine minimierte Abbrecherquote liegt im engen Schulterschluss zwischen Schulen und Unternehmen. Hier nehmen Maßnahmen wie „Get Ready“ des Initiativkreises Ruhr oder die TalentMetropole Ruhr, bei der die BP Europa SE federführend als Initiator beteiligt und Gastgeber des heutigen Kongresses ist, eine Vorreiterrolle ein. Die gemeinsame Devise: Soviel duale Ausbildung wie möglich, so viel fachschulische Ausbildung wie nötig.

Eine abgeschlossene Berufsausbildung für alle und eine besser Integration der Jugendlichen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu ermöglichen, muss das gemeinsame Ziel von Unternehmen, Sozialpartnern und Politik in Deutschland sein, so das Ergebnis des heutigen Kongresses. Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, forderte heute: „Viele Betriebe haben große Probleme, passenden Nachwuchs zu finden. Allein in diesem Jahr sind mehr als 33.000 Ausbildungsstellen offen geblieben. Wir müssen daher mehr präventive Angebote machen, um Jugendliche auf dem Weg in Ausbildung und Beruf zu begleiten.“

Initiativkreis Ruhr will Abbrecherquote senken und setzt hierzu bereits in der Schule an

Ein weiteres Problem bildet die hohe Abbrecherquote. Um diese zu minimieren, hat der Initiativkreis gemeinsam mit seinen Partnern Programme entwickelt, um Jugendliche gezielt für eine Ausbildung zu qualifizieren und während dieser auch zu begleiten. Unter „Get Ready“ bündelt er die Angebote seiner Mitgliedsunternehmen für Hauptschüler und sozial benachteiligte Jugendliche. Das Projekt setzt bereits in der Schule an und begleitet die Teilnehmer bis in die Berufsfindungsphase. Im buddy-Programm, einem Angebot der Vodafone-Stiftung, werden vom Initiativkreis koordinierte Schul-Trainings unter Einbeziehung von Lehrkräften durchgeführt, um die sozialen Kompetenzen der Jugendlichen zu entwickeln.
Bodo Hombach, Moderator des Initiativkreises, unterstrich heute die Ziele von „Get Ready“: „Wenn die Chancen eines Kindes von den finanziellen Möglichkeiten und sozialen Verhältnissen seiner Eltern abhängen, führt dies oftmals zur Benachteiligung. Die Verschwendung von Talenten ist eine Schande und für die Zukunft unserer Ökonomie auf lange Sicht nachteilig."

Der Initiativkreis stellt ferner eine Vermittlungsplattform bereit, auf der Unternehmen ihre Anforderungsprofile einstellen − über ein Matching finden sie gezielt die Bewerber, die auf die Anforderungen passen.

Joblinge startet in 2013

Neben den bereits vorhandenen betrieblichen Maßnahmen der Unternehmen werden Hauptschüler, denen der Einstieg ins Berufsleben schwer fällt, in dem Mentoren-Programm „Joblinge“, von The Boston Consulting Group individuell begleitet – ein erfolgreicher Abschluss garantiert einen Ausbildungsplatz. Der Initiativkreis hat hierfür den Standort Joblinge RUHR gAG gegründet, der zum Januar 2013 in Essen erstmals 80 schwer vermittelbare Jugendliche in die Ausbildung begleiten wird.

TalentMetropoleRuhr

Der heutige Kongress fand im Kontext der TalentMetropole Ruhr statt, deren Förderung sich der Initiativkreis verpflichtet hat. Sie ist das eingelöste strategische Versprechen der Strategie „Zukunft Ruhr 2030“ und profiliert die Region als Schmiede von und Magnet für Talente. Bis zum Jahr 2030 soll sich das Ruhrgebiet zum Hot Spot für Talente entwickeln. Ziel ist es, die Fachkräftebasis für die Unternehmen der Region zu sichern und Grundlagen für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen. Die TalentMetropole Ruhr möchte dabei neue Chancen zur Teilnahme an sozialen Bildungsaufstiegen eröffnen.

Initiativkreis Ruhr

Der Initiativkreis ist ein weltweit einmaliger Zusammenschluss von 71 führenden Wirtschaftsunternehmen. Sie beschäftigen zusammen rund 2,25 Millionen Menschen weltweit und generieren einen globalen Umsatz von rund 630 Milliarden Euro. Ihre Führungskräfte repräsentieren als Persönliche Mitglieder den Initiativkreis Ruhr. Mit zukunftsfähigen Strategien und praxisnahen Konzepten setzt der Initiativkreis Ruhr auf die Kraft gebündelten ökonomischen Knowhows. Aus dieser Stärke erwachsen Zukunftsprojekte mit Strahlkraft. Immer mit dem Ziel vor Augen, gemeinsam mit den hier lebenden Menschen die Region weiterzuentwickeln und noch lebenswerter zu machen.

Konrad-Adenauer-Stiftung

Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist eine politische Stiftung, die bundesweit in zwei Bildungszentren und 16 Bildungswerken aktiv ist. Die Auslandsbüros betreuen weltweit mehr als 200 Projekte in über 120 Ländern. Konrad Adenauer und seine Grundsätze sind dabei Leitlinien, Auftrag und Verpflichtung. Die Stiftung trägt seit 1964 den Namen des ersten Bundeskanzlers; sie ging aus der bereits 1955 gegründeten „Gesellschaft für christlich-demokratische Bildungsarbeit“ hervor. National und international setzt sie sich durch politische Bildung für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit ein. Die Festigung der Demokratie, die Förderung der europäischen Einigung, die Intensivierung der transatlantischen Beziehungen und die entwicklungspolitische Zusammenarbeit sind die besonderen Anliegen.  

Engagement der BP Europa SE

Das Thema Talentförderung hat bei BP einen übergeordneten Stellenwert. Kooperationen mit Schulen und Hochschulen dienen dazu, Talente frühzeitig zu entdecken. Dies kann jedoch nur ein erster Schritt dazu sein, vorhandene individuelle Begabungen junger Menschen zu fördern. Im Unternehmen geht die Förderung weiter: BP bietet Ausbildungsgänge für unterschiedliche Zielgruppen an, vom Chemikant bis zum Bachelor-Studium International Management.
Daneben fördert das Unternehmen unterschiedliche Maßnahmen, die Jugendlichen aus der Region den Übergang von Schule zu Beruf erleichtern sollen wie zum Beispiel durch die BP Stiftung oder das Schulprogramm BP@Schule.

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