Schülerwettbewerb „Förderturm der Ideen“ mit großer Resonanz

Jury legt Finalisten für die Online-Abstimmung fest

  • Die NRW-Jury hat die Finalisten des Schülerwettbewerbs „Förderturm der Ideen“ gekürt
  • Bürgerinnen und Bürger können ab dem 1. April auf www.förderturm-der-ideen.de in vier Kategorien für ihre Favoriten stimmen
  • Der Sonderpreis Ibbenbüren geht an das Schülerteam der Janusz-Korczak-Förderschule
  •  Mehr als 500 Schülerinnen und Schüler aus dem Ruhrgebiet und Ibbenbüren haben sich mit insgesamt 89 Projekteinreichungen am Wettbewerb beteiligt

Essen, 24. März 2017. Die 12 Ruhrgebiets-Finalisten des Schülerwettbewerbs „Förderturm der Ideen“ stehen fest. Eine Jury unter der Leitung von Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung, und Schulministerin Sylvia Löhrmann wählte insgesamt 12 Projekte in vier Kategorien für die finale Online-Abstimmung aus. In Ibbenbüren darf sich das Team „Haldenhelden“ der Janusz-Korczak-Förderschule über den Sonderpreis und die Umsetzung ihrer Idee einer Streuobstwiese freuen. Insgesamt haben sich 30 Schulen aus allen großen Städten im Revier beteiligt. 89 Projekteinreichungen lagen der Jury zur Bewertung vor. Ab dem 1. April entscheiden die Bürgerinnen und Bürger in einer Online-Abstimmung über die Siegerteams aus dem Ruhrgebiet.

(v.l.n.r.) Dr. Frank Hoffmann, Gonne Garling, Sylvia Löhrmann, Ulrike Nixdorff, Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Johannes Kirchhoff, Lina Hoffmann, Dr. Sabine Weck, Prof. Dr. Kerstin Göbel

Nach einer spannenden Jurysitzung am 22. März und intensiven Diskussionen haben sich die Juroren für folgende Projektideen entschieden.

In der Kategorie „Lebenswerte Stadt“, Sekundarstufe I sind folgende drei Einreichungen nominiert:

  •  Unterricht in luftiger Höhe: Das Team „Lehrhauer II“ aus der 10. Klasse der Erich-Fried-Schule in Gladbeck will eine Aussichtsplattform in 4 Metern Höhe auf der Halde 22 in Gladbeck-Brauck errichten, die auch als Klassenzimmer genutzt werden kann.
  • Oase der Erholung: Das „Team Naturkörner“ aus der 9. Klasse der Lessing-Schule in Bochum hat die Idee, Pflanzenkübel mit Sitzgelegenheiten in der Bochumer Innenstadt zu errichten.
  • Durstlöscher: Das Team „HzweiO“ aus der 6. Klasse der Friedrich-Ebert-Realschule macht sich dafür stark, 25 Trinkwasserspender im Raum Oberhausen aufzustellen.

In der Kategorie „Lebenswerte Stadt“, Sekundarstufe II sind folgende Teams für die Online-Abstimmung vorgesehen:

  • Leuchtende Radwege: Das Team „Straßenbelag“ der 12. Klasse der Gesamtschule Duisburg-Meiderich kann sich ohne Strom leuchtende Radwegebelage für Duisburg sehr gut vorstellen.
  • Skulpturen in der Stadt: Das Team „Skulptur Adler“, ebenfalls aus der 12. Klasse der Gesamtschule Duisburg-Meiderich, hat die Idee, von verschiedenen Künstlern Adlerskulpturen – abgeleitet aus dem Duisburger Stadtwappen – gestalten zu lassen und sie in Duisburg aufzustellen.
  • Nachrichten verbinden: Das Team „AYSA“ der 12. Klasse der Gesamtschule Weierheide in Oberhausen plant auf dem ehemaligen Zechengelände Sterkrade, Wegweiser in Form einer beleuchteten Flaschenpost zu installieren – als Symbol für die Verbindung von Menschen in einer vorurteilsfreien Zukunft.

In der Kategorie „Gute Nachbarschaft”, Sekundarstufe I hat die Jury die folgenden Schülerideen für das Finale bestimmt:

  • Spielen ohne Hindernisse: „Die Drei, die was bewegen wollen“ der 6. Klasse der Friedrich-Ebert-Realschule Oberhausen machen sich für einen barrierefreien Spielplatz stark.
  • Geschichte lebendig halten: Das „Förderturm-Team des Kohlengräberprojekts“ der Erich-Fried-Gesamtschule in Herne möchte ein Geschichtsbuch mit Zeitzeugeninterviews ehemaliger Bergleute auf den Weg bringen.
  • Interaktiver Radweg: Die „Neue Zeche“ der 7. und 8. Klasse der Martin-Luther Schule in Herten schlägt vor, die Geschichte entlang eines Radweges multimedial aufleben zu lassen.

Und in der Kategorie „Gute Nachbarschaft“, Sekundarstufe II können die Bürger im Ruhrgebiet aus den folgenden drei Projektskizzen den Sieger festlegen:

  • Sport trifft auf Geschichte: Das Team „P. S. FülerSchirma“ aus der 11. Klasse des Paul-Spiegel-Berufskollegs in Dorsten will die Attraktivität des ehemaligen Geländes der Zeche Fürst Leopold mit einem Outdoor-Sportpark steigern.
  • Terrassen am Wasser: 7 Schüler des Beisenkamp-Gymnasiums in Hamm haben einen Pavillon mit Grillplatz am Ufer der Lippe vorgeschlagen.
  • Digitale Schnitzeljagd: Das Team „Biparcours Marler Bergbauvergangenheit“ der 11./12. Klasse des Hans-Böckler-Berufskollegs in Marl will mit einer Rätseltour auf den ehemaligen Bergbauschächten mehr Interesse an der Bergbauvergangenheit wecken.

Die RAG-Stiftung hat für Ibbenbüren als Bergbaustadt einen Sonderpreis ausgelobt. Das Team „Haldenhelden“ der Janusz-Korczak-Förderschule hatte bei den Juroren am Ende die Nase vorn und darf sich über einen fünfstelligen Betrag für die Umsetzung ihrer Idee freuen. Die Schüler der 7. und 8. Klasse wollen eine Streuobstwiese auf einer ehemaligen Bergbauhalde anpflanzen und das Gelände damit wieder mehr in den öffentlichen Raum der Stadt integrieren.

Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung und Jurorin, sagte zu den Ergebnissen: „Wir waren in der Jurysitzung wirklich begeistert von der Qualität der zahlreichen Projektideen. Offensichtlich haben wir mit dem Schülerwettbewerb einen Nerv getroffen. Schulen aus dem ganzen Ruhrgebiet und Ibbenbüren haben mitgemacht. Den jungen Menschen liegt ihre Heimat am Herzen. Sie wollen Dinge verändern und haben beim Wettbewerb gezeigt, dass sie hierfür auch bereit sind, Zeit und Fleiß zu investieren. Es war nicht leicht, eine Auswahl für die Online-Abstimmung zu treffen. Den jetzigen Finalisten gratuliere ich schon jetzt dazu, so weit gekommen zu sein, und drücke allen die Daumen für die finale Entscheidung!“

Die neunköpfige Jury hat Mitte der Woche bestimmt, welche Einreichungen es in die Endrunde schaffen. Unter den Juroren waren auch Dr. Frank Hoffmann, der Intendant der Ruhrfestspiele und Prof. Dr. Kerstin Göbel, Bildungswissenschaftlerin an der Universität Duisburg-Essen. Aber auch zwei Vertreter der Schülerschaft gehörten dem Gremium an. Schließlich ist der „Förderturm der Ideen“ ein Gesellschaftsprojekt von jungen Menschen für junge Menschen.

Schulministerin Sylvia Löhrmann lobte vor allem das Engagement der Schülerinnen und Schüler: „Der Wettbewerb hat gezeigt: Junge Menschen bringen sich ein und übernehmen Verantwortung für sich und ihre Umwelt. Sie wollen unsere Gesellschaft mitgestalten. Die vielen tollen Einreichungen machen Mut für die Zukunft des Ruhrgebiets. Die Schülerinnen und Schüler haben nicht nur gute Ideen. Sie haben auch einen Plan, wie man sie verwirklichen kann. Der Ansatz des Wettbewerbs, die besten Projektideen tatsächlich umzusetzen, hat sehr viele junge Menschen motiviert, teilzunehmen. Ich bin sehr gespannt, welche Ideen am Ende gewinnen werden. Verdient hätten es alle.“

Die 12 Finalisten aus dem Ruhrgebiet sind den Themengebieten „Lebenswerte Stadt“ und „Gute Nachbarschaft“ zugeordnet und dann noch einmal nach Sekundarstufe I und II unterteilt. Die Online-Abstimmung über die verbliebenen Einreichungen startet am 1. April und endet am
15. Mai. Alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen abzustimmen. Die vier Siegerteams werden dann im Sommer im Rahmen einer feierlichen Siegerehrung gekürt.

Der Schülerwettbewerb „Förderturm der Ideen“ wurde im September des vergangenen Jahres gestartet und ist ein Projekt unter dem Dach von „Glückauf Zukunft!“. Sämtliche Schulen der Sekundarstufe I und II sowie alle Berufsschulen und Berufskollegs im Ruhrgebiet, Saarland – der Juryentscheid Saarland ist für den 3. April 2017 vorgesehen –  und in Ibbenbüren waren bis Ende Januar aufgerufen, Ideen einzureichen, wie ihr Umfeld, ihr Stadtviertel, ihr Dorf attraktiver und gutes Zusammenleben gestaltet werden kann. Für die Umsetzung der besten Ideen stellt die RAG-Stiftung insgesamt bis zu 550.000 Euro zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Förderturm der Ideen und die Möglichkeit zur Abstimmung finden Sie unter www.förderturm-der-ideen.de.

Die Jurymitglieder (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Gonne Garling (Juror Journalismus), Stellvertretender Leiter von BILD West
  • Prof. Dr. Kerstin Göbel (Juror Wissenschaft), Professorin für Pädagogik – Erziehungswissenschaften, Schwerpunkt Unterrichtsentwicklung, Universität Duisburg-Essen
  • Lina Hoffmann (Juror Jugendvertretung), Stufensprecherin der EF (Klasse 10)
  • Dr. Frank Hoffmann (Juror Kultur), seit September 2004 Festspielleiter der Ruhrfestspiele Recklinghausen
  • Johannes Kirchhoff (Juror Jugendvertretung), Kooptierter der Landesschülervertretung NRW
  • Ulrike Nixdorff (Juror Schulexperte), Schulamt der Stadt Duisburg
  • Dr. Sabine Weck (Juror Städtebau), stellv. wissenschaftliche Institutsleitung, Stellv. Leitung der Forschungsgruppe „Sozialraum Stadt“ am Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS)

  • Sylvia Löhrmann (Juror Politik), Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes NRW und Schirmherrin des Schulwettbewerbs „Förderturm der Ideen“ im Ruhrgebiet
  • Bärbel Bergerhoff-Wodopia  (Juror Wirtschaft), seit 2012 Vorstand der RAG-Stiftung

 

Über die RAG-Stiftung
Die privatrechtliche RAG-Stiftung wurde 2007 gegründet. Aufgabe der RAG-Stiftung ist es, bis Ende 2018 so viel Stiftungsvermögen aufzubauen, um ab 2019 die sogenannten Ewigkeitslasten des deutschen Steinkohlenbergbaus an Ruhr und Saar dauerhaft zu finanzieren.

Weitere Informationen zur RAG-Stiftung finden Sie unter www.rag-stiftung.de

Über „Glückauf Zukunft!“
2016 hat die RAG-Stiftung „Glückauf Zukunft!“ initiiert, gemeinsam mit der RAG Aktiengesellschaft und der Evonik Industries AG sowie im Schulterschluss mit dem Sozialpartner IG BCE. Unter dem Dach von „Glückauf Zukunft!“ werden bis einschließlich Ende 2018 größere wie kleinere Projekte initiiert, die den Steinkohlenbergbau würdigen und Signale des Aufbruchs für die Regionen an Ruhr und Saar geben. Die RAG-Stiftung stellt für ihre Projekte insgesamt 28 Millionen Euro zur Verfügung.

Informationen zu weiteren Projekten von „Glückauf Zukunft!“ finden Sie unter www.glückauf-zukunft.de