1.

 Wer kommt heute für Folgeschäden des Bergbaus auf?

Für akute Schäden, zum Beispiel durch bergbaubedingte Erschütterungen, kommen die RAG Aktiengesellschaft und die früheren Bergbaubetreiber bzw. ihre Rechtsnachfolger auf. Die RAG-Stiftung ist ab 2019 allein für Finanzierung der Ewigkeitslasten der RAG zuständig. Daher ist für die Bergschäden eine eigens eingerichtete Stelle bei der RAG Aktiengesellschaft zuständig, die jeden Einzelfall getrennt behandelt. Genaue Informationen zu den Verfahren, Ansprechpartnern und der möglichen Unterstützung bei der RAG Aktiengesellschaft erhalten Sie hier.

2.

 Was tut die Stiftung, um die Region im Sinne der Nachhaltigkeit zu schützen und zu sanieren?

Primärer Auftrag der Stiftung ist die Steuerung der Beendigung des subventionierten Steinkohlenbergbaus und die Finanzierung der Ewigkeitslasten ab 2019. Es ist nicht ihre Aufgabe, die Strukturprobleme der Bergbauregionen zu lösen. Sie will aber positive Impulse zur Entwicklung in den Kohleregionen setzen.

3.

 Wie viel Geld hat die Stiftung bereits angesammelt?

Die Stiftung ist in guter Verfassung: seit Ende 2010 haben wir auf unserer Aktivseite ein Vermögen von 2,3 Milliarden Euro; dank Zinseinnahmen und Evonik-Dividenden konnten wir den Rückstellungen für Ewigkeitslasten in 2010 weitere 120 Millionen Euro zuführen. Wir leisten zudem mit mehr als 100 Millionen Euro jährlich einen Beitrag zum Verlustausgleich bei der RAG und entlasten damit den deutschen Steuerzahler. Wenn die erfreuliche wirtschaftliche Entwicklung in 2011 anhält, könnte der Börsengang der Evonik bald Realität und unser Kapitalstock zur Finanzierung der Ewigkeitslasten weiter aufgestockt werden; bis 2018 soll er ein Niveau von mindestens 8 Milliarden Euro erreichen. Das ist in einem Gutachten berechnet, das von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG erstellt wurde.

4.

 Wie sieht der weitere Fahrplan für den Verkauf von Anteilen des Evonik-Konzerns aus?

Vorgesehen ist, dass das Unternehmen bis zum Jahr 2013 an die Börse gebracht und/oder weitere Anteilseigner gefunden werden. Wann und wie dies geschieht, hängt von der gesamtwirtschaftlichen Situation, der Lage am Kapitalmarkt und von der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens ab. Zur Zeit wird ein Börsengang vorbereitet. Denn mit dem Verkauf soll die Grundlage für die Finanzierung der Ewigkeitslasten gelegt werden. Die RAG-Stiftung will dauerhaft mit einem Anteil von mindestens 25,1 % am Unternehmen beteiligt bleiben; unsere Satzung gibt uns sogar den Auftrag dazu. Darüber wird aber noch zu gegebener Zeit vom Kuratorium zu entscheiden sein.

5.

 Wie legt die RAG-Stiftung das Geld aus den Anteilsverkäufen und Dividenden an?

Für die Anlage dieser Gelder hat die Stiftung strenge Kapitalanlagerichtlinien, die auch von der Finanzaufsicht, der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) geprüft sind. Die Maßgabe lautet: Sicherheit geht vor Rendite. Die bisherigen Erlöse sind überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren angelegt. Die stiftungseigene Kapitalanlagestrategie sieht auch den Erwerb von Aktien vor. Zur Risikominimierung sind unsere Kapitalanlagen breit diversifiziert. Wir verfolgen eine sicherheitsorientierte Anlagestrategie und legen Wert auf ein ausgeprägtes Risikomanagement.

6.

 Muss nicht der Steuerzahler am Ende draufzahlen?

Aus heutiger Sicht wird die RAG-Stiftung ihrer Aufgabe der Finanzierung der Ewigkeitslasten dauerhaft nachkommen können. Nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass dies nicht gelingt, tritt der Erblastenvertrag ein: Darin verpflichten sich die Kohleländer NRW und Saarland gegenüber der RAG-Stiftung zur Finanzierung der Ewigkeitslasten auf dem jeweiligen Landesgebiet, wenn die Mittel der Stiftung nicht ausreichen sollten. In diesem Fall beteiligt sich darüber hinaus der Bund mit einem Drittel der Kosten.

Kontakt

RAG-Stiftung

Sabrina Manz

Rüttenscheider Straße 1-3

45128 Essen

+49 (0) 201 801-3366

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