Förderung

 

Die RAG-Stiftung fördert Projekte der Bildung, Wissenschaft und Kultur in den Bergbauregionen an Ruhr und Saar, soweit diese im Zusammenhang mit dem deutschen Steinkohlenbergbau stehen. Seit der Gründung der Stiftung im Jahr 2007 hat sich das Fördervolumen bis heute verdreifacht und lag im Jahr 2016 bei 10,5 Mio. Euro. Der Fokus liegt dabei auf der Förderung von Bildungsprojekten. 2016 entfielen hierauf rund 6 Mio. Euro. Auch perspektivisch wird der Bereich Bildung den größten Raum in der Förderung der RAG-Stiftung einnehmen und weiter wachsen – und das aus guter Bergbautradition heraus.

Inhaltlich lassen sich die geförderten Projekte der RAG-Stiftung in die Themen Erbe und Wandel gliedern. Auf der einen Seite soll das bergbauliche Erbe gewahrt und dieses für zukünftige Generationen lebendig gehalten werden. Auf der anderen Seite sollen mit Blick auf das Ende der Steinkohlenförderung Ende 2018 neue Perspektiven in den dann ehemaligen Bergbaurevieren geschaffen und diese zu lebenswerten Regionen weiterentwickelt werden.

 

DURCH BILDUNG ZUKUNFT SCHAFFEN

Die Bergwerke an Ruhr und Saar waren immer auch bedeutende Ausbildungsstätten. Der Bergbau bot quali­fizierte Ausbildungen in verschiedensten gewerblich-technischen Berufen. Auch Jugendliche mit weniger guten Startvoraussetzungen fanden hier einen Ein­stieg in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. 2014 konnten junge Menschen zum letzten Mal eine Ausbil­dung in der Bergbauindustrie an der Ruhr beginnen. Um dem stetigen Rückgang von Ausbildungskapazitäten frühzeitig zu begegnen, beteiligt sich die RAG-Stiftung bereits seit 2008 unter anderem an überbetrieblichen Ausbildungsprogrammen der Landesregierungen NRW und Saarland. Darüber hinaus werden auch Formate gefördert, die junge Menschen bereits auf ihrem schulischen Weg unterstützen, um ihnen möglichst früh einen Weg in die Ausbildung oder in ein Studium zu bereiten.

WISSENSCHAFT WEITERENTWICKELN

Der deutsche Bergbau hat im Laufe seiner Entwicklung ein beeindruckendes, fachspezifisches Know-How hervorgebracht. Um Kohle sicher und effizient auch in tiefsten Schichten abzubauen, wurden zahlreiche innovative Verfahren entwickelt. Dieses Fachwissen wird nicht wertlos, wenn die letzten heimischen Bergwerke Ende 2018 schließen. Das Know-how wird auch zukünftig in verschiedensten Disziplinen gefragt sein: Flächen müssen saniert, Schächte gesichert, Grubengas kontrolliert abgeleitet und Grubenwasser dauerhaft reguliert werden. Die Technische Hochschule Georg Agricola in Bo­chum betreibt daher mit Unterstützung der RAG-Stiftung das „Forschungszentrum Nachbergbau“ mit der zugehörigen Stiftungsprofessur „Geoingenieurwesen und Nachbergbau“ und einem gleichnamigen Masterstudiengang. Forschungsprojekte zur Regulierung des Grubenwassers liefern Erkenntnisse für die Zeit nach dem aktiven Bergbau an der Ruhr.
Weitere von der RAG-Stiftung geförderte Forschungsprojekte konzentrieren sich aber auch auf andere Disziplinen. So untersucht die Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets beispielsweise die Bildungsgeschichte von Montanregionen am Beispiel des Ruhrgebiets.

EINE EINZIGARTIGE KULTUR ERHALTEN

Ab 2019 wird der aktive deutsche Steinkohlenbergbau nur noch in Erinnerungen präsent sein. Die Industriekultur ist dennoch fester Bestandteil in den Bergbaurevieren an Ruhr und Saar. Damit das auch zukünftig so bleibt, unterstützt die RAG-Stiftung Projekte zur Wahrung des Bergbau-Erbes, darunter bergmännische Kulturveranstaltungen wie den jährlichen Barbaratag an der Saar. Darüber hinaus beteiligt sie sich an impulsgebenden Kunst- und Kulturveranstaltungen. Emscherkunst, Ruhrtriennale oder auch die ExtraSchicht sind Formate, die auch das im Wandel befindliche Ruhrgebiet und seine Bergbaugeschichte thematisieren und die eine Strahlkraft weit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus entwickelt haben.