Förderung

Die RAG-Stiftung fördert Projekte der Bildung, Wissenschaft und Kultur in den Bergbauregionen an Ruhr und Saar, soweit diese im Zusammenhang mit dem deutschen Steinkohlenbergbau stehen. Die Förderung konzentriert sich dabei auf zwei inhaltliche Schwerpunkte: Auslauf und Erbe des Bergbaus sowie Nachbergbau und Wandel. Auf der einen Seite soll das bergbauliche Erbe gewahrt und dieses für zukünftige Generationen lebendig gehalten werden. Auf der anderen Seite sollen aber gleichzeitig mit Blick auf das Ende der Steinkohlenförderung neue Perspektiven in den Bergbaurevieren geschaffen und damit der Wandel in den Regionen begleitet werden.

© Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur

 

DURCH BILDUNG ZUKUNFT SCHAFFEN

Die Bergwerke an Ruhr und Saar waren immer auch bedeutende Ausbildungsstätten. Der Bergbau bot quali­fizierte Ausbildungen in verschiedensten gewerblich-technischen Berufen. Auch Jugendliche mit weniger guten Startvoraussetzungen fanden hier einen Ein­stieg in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. 2014 konnten junge Menschen zum letzten Mal eine Ausbil­dung in der Bergbauindustrie an der Ruhr beginnen. Um dem stetigen Rückgang von Ausbildungskapazitäten frühzeitig zu begegnen, beteiligt sich die RAG-Stiftung bereits seit 2008 unter anderem an überbetrieblichen Ausbildungsprogrammen der Landesregierungen NRW und Saarland.

WISSENSCHAFT WEITERENTWICKELN

Die oft schwierigen Abbaubedingungen in den deut­schen Steinkohlerevieren haben dazu geführt, dass zahlreiche innovative Technologien und Verfahren entwickelt wurden, um Kohle sicher und effizient auch in tiefsten Schichten abzubauen. Das im Steinkohlen­bergbau gesammelte Fachwissen wird nicht wertlos, wenn die letzten heimischen Bergwerke schließen. Das Know-how der deutschen Bergbautechnologie ist auch nach 2018 in verschiedensten Disziplinen ge­fragt: Flächen müssen saniert, Schächte gesichert, Grubengas kontrolliert abgeleitet und Grubenwasser dauerhaft reguliert werden. Die Technische Fachhochschule Georg Agricola in Bo­chum hat daher mit Unterstützung der RAG-Stiftung das „Forschungszentrum Nachbergbau“ aufgebaut. Die zugehörige Stiftungsprofessur „Geoingenieurwesen und Nachbergbau“ inklusive eines berufsbegleitenden Masterstudienganges hat die RAG-Stiftung ins Leben gerufen.

EINE EINZIGARTIGE KULTUR ERHALTEN

Ab 2019 wird der aktive deutsche Steinkohlenberg­bau nur noch in Erinnerungen prä­sent sein. Die Industriekultur ist dennoch fester Bestandteil in den Bergbaurevieren an Ruhr und Saar. Damit das auch zukünftig so bleibt, unterstützt die RAG-Stiftung Projekte zur Wahrung des Bergbau-Erbes. Im Saarland hat sie sich beispiels­weise an der Finanzierung der Ausstellung „Das Erbe“ zur Geschichte des Bergbaus im Saarland beteiligt und fördert bergmännische Kulturveranstaltungen an Ruhr und Saar.