Was sind Ewigkeitsaufgaben?

Ab 2019 kommt die RAG-Stiftung für die definierten Ewigkeitsaufgaben des Steinkohlenbergbaus der RAG auf. Im Einzelnen lassen sie sich wie folgt beschreiben:

1. Maßnahmen der Grubenwasserhaltung

© RAG AG

Die Grubenwasserhaltung findet in den Bergwerken unter Tage statt. Es handelt sich um das Pumpen von Wasser, das z. B. aus den Grundwasserschichten oder benachbarten Bergwerken in die Schächte und Stollen läuft.

Die Förderung des Grubenwassers ist bis Ende 2018 notwendig, um die Förderung von Steinkohle zu ermöglichen.

Nach Beendigung des Kohleabbaus, ab 2019, ist die Grubenwasserhaltung wichtig, um den unkontrollierten Anstieg des Grubenwassers zu verhindern. Dieser könnte dazu führen, dass

  • Methangas beschleunigt an die Tagesoberfläche gedrückt wird,
  • mit dem Wasseranstieg die Gefahr von Tagesbrüchen steigt (plötzliches Einbrechen der Erdoberfläche in Hohlräume),
  • sich mit dem Wasseranstieg die Erdoberfläche hebt
  • oder salziges oder eisenhaltiges Wasser oder auch Stoffe, die beim Durchfließen des Wassers durch alte Abbaubereiche ausgeschwemmt werden, das Trinkwasser verunreinigen.

Das Pumpen des Grubenwassers ist nach heutigem Kenntnisstand eine auf Dauer angelegte Aufgabe, daher auch der Begriff „Ewigkeitsaufgabe“.

2. Poldermaßnahmen

© Emschergenossenschaft

Eine Auswirkung des Bergbaus ist die Absenkung der Oberfläche über den Abbaugebieten des Bergbaus. Ohne dauerhaftes Pumpen von Oberflächenwasser durch die Wasserwirtschaftsverbände (z. B. Emschergenossenschaft und Lippeverband), die RAG selbst und Dritte würde es zu einer Ansammlung von Wasser in den durch den Bergbau entstandenen Senken kommen. Die Pumpwerke, die das Oberflächenwasser pumpen, müssen regelmäßig überprüft und dauerhaft erhalten werden.

Das Absenken der Tagesoberflächen durch den Bergbau kann ebenfalls zur Folge haben, dass Fließgewässer ohne entsprechende Maßnahmen nicht mehr in ihre ursprüngliche Richtung strömen. Dies hätte ein Aufstauen des Gewässers in den Senken zur Folge. Technisch spricht man in diesen Fällen von einer „verschlechterten Vorflut“. Deshalb werden die betroffenen Gewässer regelmäßig vertieft, um die Vorflut wieder herzustellen.

3. Grundwasserreinigung und Nachsorgemaßnahmen

Insbesondere auf den Flächen ehemaliger Kokereien ist das Erdreich oft bis in die Grundwasserschichten hinein stark durch Verunreinigungen belastet. Ein Abtragen des Erdreichs mit anschließender Verarbeitung in Aufbereitungsanlagen wäre technisch und wirtschaftlich nicht vertretbar. Der belastete Boden wird stattdessen zumeist in Hügelform als sogenanntes „Umlagerungsbauwerk“ auf der jeweiligen Fläche belassen und wasserdicht versiegelt, um zu verhindern, dass durch Regenwasser Schadstoffe in das Grundwasser eingetragen werden.

Zu der Nachsorgeverpflichtung zählen Maßnahmen, die der Überwachung des Sanierungserfolgs dienen. Bei den Umlagerungsbauwerken muss in regelmäßigen Abständen überprüft werden, ob die über dem belasteten Boden verlegte Schutzschicht weiterhin wasserdicht ist.

Die Sanierungsmaßnahmen konzentrieren sich neben der Umlagerung des schadstoffbelasteten Erdreichs vor allem auf die Reinigung des Grundwassers. Die Reinigungsmaßnahmen verhindern, dass die Erdschichten, die angrenzendes Grundwasser führen, in unzulässigem Maße mit Schadstoffen belastet werden.

Weiterer Bestandteil der Nachsorgeverpflichtung ist das „Grundwassermonitoring“. Hier wird durch regelmäßige Proben die Qualität des Grundwassers überprüft.

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