Ewigkeitsaufgaben

Die Ewigkeitsaufgaben des Steinkohlenbergbaus der RAG Aktiengesellschaft (auch „Ewigkeitslasten“ genannt), die die RAG-Stiftung ab 2019 finanziert, sind Maßnahmen der Wasserhaltung, die auch nach Beendigung der Steinkohlenförderung dauerhaft fortbestehen. Um die Ewigkeitsaufgaben ab 2019 finanzieren zu können, legt die RAG-Stiftung ihr Vermögen sicher und rentabel an. Ab dem Jahr 2019 muss sie jährlich geschätzte rund 220 Millionen Euro ausgeben, um die Ewigkeitsaufgaben zu finanzieren. NICHT zu den Ewigkeitsaufgaben gehören Bergschäden.

Um tief unter der Erde Schächte und Strecken trocken zu halten und somit überhaupt Steinkohle fördern zu können, muss eindringendes Grubenwasser permanent an die Oberfläche gepumpt werden. Auch nach dem Betriebsende der letzten Zeche Ende 2018 wird das Grubenwasser, soweit es notwendig ist, gepumpt, insbesondere um eine Vermischung mit dem Trinkwasser zu verhindern. Die RAG AG unterhält aktuell in NRW 13 aktive Standorte der Grubenwasserhaltung, davon 12 im Ruhrgebiet und einen in Ibbenbüren. Die Inbetriebnahme eines weiteren Standortes in NRW ist für 2035 geplant. Im Saarland sind es fünf aktive Standorte der Grubenwasserhaltung.

Dort – am tiefsten Punkt eines Schachtes, oft mehr als 1.000 Meter unter der Oberfläche – wird das Grubenwasser gesammelt, bevor es über mächtige Pumpen und meterdicke Rohrleitungen nach oben transportiert wird. Das Pumpensystem ist redundant ausgelegt: Im Störfall kann eine Pumpe kurzfristig durch eine andere ersetzt werden. Kontinuierlich wird an Konzepten zur langfristigen Optimierung der Grubenwasserhaltung in den Revieren gearbeitet. 

Durch den Bergbau ist es über die Jahrhunderte auch zu Veränderungen der Landschaft gekommen. Ganze Regionen haben sich abgesenkt, in extremen Fällen bis zu 25 Meter. An diesen Stellen muss das Oberflächenwasser jetzt und zukünftig aktiv reguliert werden, um zu vermeiden, dass sich Oberflächenwasser in den Senken sammelt. Spezielle Pumpwerke müssen betrieben und instandgehalten sowie Gewässer vertieft werden, um den Abfluss zu garantieren.

Im Bereich einiger bergbaulicher Betriebe, insbesondere auf früheren Kokerei-Geländen, müssen verunreinigte Flächen saniert werden. Nachdem klar ist, wo das Grundwasser verschmutzt ist, wird es abgefangen und gereinigt, um zu verhindern, dass sich das verschmutzte Wasser mit sauberem mischt und ausbreitet. Der Erfolg dieser Maßnahmen wird regelmäßig kontrolliert.

Ab dem Jahr 2019 muss die RAG-Stiftung jährlich geschätzte 220 Millionen Euro ausgeben, um die Ewigkeitsaufgaben zu finanzieren. Allein die Grubenwasserhaltung beansprucht rund zwei Drittel dieser Summe. Die dauerhafte Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben ist die Herausforderung, der sich die RAG-Stiftung verpflichtet hat – zur Entlastung der öffentlichen Hand und damit des Steuerzahlers.

Die hierfür benötigten Mittel finanziert die Stiftung über Veräußerungserlöse von Anteilen an der Evonik Industries AG, Beteiligungserträge sowie über die Erträge einer diversifizierten Kapitalanlage.

Mit dem Börsengang der Evonik Industries AG im April 2013 hat die Stiftung ein wichtiges Zwischenziel bei der Kapitalbildung erreicht. Die bereits erzielten und die zukünftigen Erlöse aus Aktienverkäufen sowie jährlichen Evonik-Dividenden speisen einen zentralen Teil des für die Aufgabenerfüllung notwendigen Stiftungsvermögens.

Um nachhaltige Erträge zu erzielen und Risiken zu minimieren, verfügt die RAG-Stiftung im Rahmen ihrer Richtlinien über ein diversifiziertes Portfolio für Kapitalanlagen von rund 4,0 Milliarden Euro per Mitte 2015. Ein Teil davon ist in risikoneutrale Papiere mit hoher Sicherheit investiert. Aktien, Unternehmensanleihen sowie weitere Assetklassen diversifizieren die Kapitalanlage. Nach einem Beschluss des Kuratoriums im Dezember 2013 kann die RAG-Stiftung bis zu 35 Prozent ihres Kapitalanlagevermögens auch in stärker renditeorientierte illiquide Anlagen investieren. Dazu zählen insbesondere Immobilien und Anlagen im "Private Equity"-Bereich. Die Private Equity-Strategie sieht unter anderem vor, vermehrt auch in mittelständische Unternehmen zu investieren.

Wie im Ewigkeitslastenvertrag aus 2007 festgelegt, überträgt die RAG Ende 2018 zusätzlich 1,6 Milliarden Euro an Deckungsmitteln auf die RAG-Stiftung.

Ausdrücklich nicht Teil der Ewigkeitsaufgaben sind die sogenannten Bergschäden, also Schäden an Gebäuden, Grundstücken oder Straßen, die auf bergbauliche Aktivitäten zurückzuführen sind. Die Regulierung von Bergschäden wird nicht durch die RAG-Stiftung finanziert, sondern wie bisher direkt von der RAG AG. Dies gilt auch über 2018 hinaus. Finanzielle Vorsorge dafür hat daher die RAG getroffen.

Das bei der RAG AG eigens eingerichtete "Service-Center Bergschäden" hat eine kostenlose Service-Hotline und ist zu erreichen unter:

Rhein / Ruhr
0800 / 27 27 271
Saar
0800 / 10 10 204

Anschrift:
RAG Aktiengesellschaft
BGB
Postfach
44620 Herne

Weitere Informationen zu den Ewigkeitsaufgaben finden Sie auf der Seite der RAG Aktiengesellschaft.